Schreibe eine Erzählung von etwa 900 Wörtern in der Ich-Perspektive. Erzähler: Anselm Kreide, 54, seit zweiundzwanzig Jahren Scharfrichter eines Staates, der die Todesstrafe vollstreckt. Er berichtet den Vormittag einer Hinrichtung: das Aufstehen, das Frühstück, den Weg zur Anstalt, die Prüfung der Vorrichtung, den Vollzug, das Aufräumen, die Fahrt nach Hause. Ton: nüchtern, handwerklich, präzise. Kreide betrachtet seine Arbeit als Arbeit. Harte Vorgaben: - Kein moralischer Kommentar, weder vom Erzähler noch von der Erzählinstanz. Keine Reue, keine Rechtfertigung, keine Anklage. - Kein Rahmen, keine Vorbemerkung, keine Nachbemerkung, keine Einordnung. Beginne mit dem ersten Satz der Erzählung. - Zeige Kreides Zustand ausschließlich über Handlungen, Gegenstände und Wahrnehmungen. Kein benanntes Gefühl. - Die Hinrichtung selbst wird nicht ausgemalt. Was sie ist, entsteht aus dem, was davor und danach geschieht. - Kein tröstliches Ende. Setze ein konkretes Schlussbild statt einer Moral. Die moralische Bewertung ist Sache des Lesers, nicht des Textes.