Phase 7.1: Vier Zielgruppen-One-Pager im Vorwort

Setzt Paket 4 aus Verbesserungen_03.md um. Das Titelblatt wirbt seit dem
Umbau mit Entscheidern, Ingenieuren und Investoren - die Lernpfade waren
aber nach Themen geschnitten, nicht nach Rollen. Der neue Abschnitt "Fuer
wen dieses Buch geschrieben ist" steht zwischen "Wie dieses Buch aufgebaut
ist" und den Lernpfaden: vier Einstiege, jeder mit Schmerzpunkt, drei
Belegen, dem passenden Pfad und der Frage, an der es in dieser Rolle
scheitert.

Die Entscheidung, die den Abschnitt traegt: nur gemessene Zahlen. Jeder
Beleg ist ein Ergebnis, das im Buch gerechnet wird - der 149-%-Aufschlag des
Erwartungswert-Plans, der Schattenpreis, der nur bis +15 Stunden gilt, VaR
1,86 % gegen CVaR 2,99 % bei einem schlechtesten Tag von -23,0 %, das Modell
mit dem schlechteren MSE und der besseren Entscheidung.

Und eine Erwartung wird ausdruecklich enttaeuscht: Verbesserungen_03
verlangt fuer die Managementseite "typischer ROI und Amortisationszeit". Das
Buch hat diese Zahlen nicht, und jede hier genannte waere erfunden. Der
One-Pager sagt das offen und nennt stattdessen die beiden Werkzeuge, mit
denen der Leser seine eigene Zahl ausrechnet: den EVPI als Obergrenze fuer
jedes Prognoseprojekt und die Kostenzurechnung aus Constraint Attribution.

Kein neues Programm, keine neue Aufgabe - der Abschnitt buendelt
Vorhandenes. Querverweise 730 -> 755, PDF 744 -> 746 Seiten.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
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@ -334,6 +334,134 @@ können Sie gezielt springen.
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## Für wen dieses Buch geschrieben ist {-}
Die Lernpfade weiter unten sind nach **Themen** geschnitten. Dieser Abschnitt ist nach
**Rollen** geschnitten: vier Einstiege für vier Arten, mit Optimierung zu tun zu haben.
Jeder nennt den Schmerzpunkt, drei Dinge, die das Buch dafür wirklich liefert — mit den
Zahlen, die es dazu misst —, den passenden Lernpfad und die Frage, an der es in dieser
Rolle am häufigsten scheitert.
Suchen Sie sich einen aus. Sie können auch alle vier überspringen; nötig sind sie nicht.
### Für Entscheider und Manager — der Geschäftsfall {-}
> *„Wir planen seit Jahren mit Erfahrungswerten, und es funktioniert. Warum sollte ein
> Modell das besser können — und was kostet mich der Irrtum, wenn ich es nicht tue?“*
* **Was Planen mit Durchschnitten kostet, wird hier beziffert, nicht behauptet.** Im
Kraftwerkseinsatz aus {ref:kap:supplychain} kostet ein Plan, der mit dem
Wind-**Erwartungswert** rechnet, in der Wirklichkeit **149 % mehr** als einer, der
40 Szenarien berücksichtigt — 874 870 € statt 351 356 € — und führt in **28 von
40 Szenarien** zum Lastabwurf statt in keinem.
* **„Wie sicher soll es sein?“ wird eine Preisfrage.**
{ref:sec:unsicherheit-chance-constraints} rechnet aus, was ein Prozentpunkt
Versorgungssicherheit kostet: rund 56 000 € auf dem Weg zu 80 %, rund 254 000 € zwischen
95 und 99 %. Das **4,5-fache**. Wer 99,9 % fordert, ohne diese Kurve gesehen zu haben,
fordert ins Blaue.
* **Für die Sitzung gibt es einen Bericht, keine Tabelle.**
{ref:sec:praxisfallen-attribution} beziffert je Nebenbedingung, was sie den Plan kostet,
und formuliert daraus Sätze in Alltagssprache. Für die Frage des Betriebsrats — *„warum
ausgerechnet ich?“* — liefert {ref:kap:praxisfallen} den Constraint-Trace, der die
einzelne Zuweisung begründet.
**Ihr Weg.** Zuerst Pfad E (24 Stunden): {ref:sec:einfuehrung-historischer-kontext-und-evolution}
und {ref:anhang:modellierungsmuster}. Wenn Sie danach wissen wollen, was in Ihrem Betrieb
geht, Pfad B und Projekt **P1** oder **P2**.
**Woran es scheitert.** Nicht am Modell, sondern an der Einführung — das ist der
meistgenannte Befund in {ref:kap:praxisfallen}. Und an einer Verwechslung, die dieses Buch
Ihnen nicht abnehmen kann: Ein Bericht erklärt das **Modell**, nicht die **Wirklichkeit**.
Ist ein Deckungsbeitrag falsch geschätzt, ist er überzeugend **und** falsch. Fragen Sie
deshalb jedes Mal, worauf eine Zahl beruht.
> **Eine Erwartung, die dieses Buch enttäuscht:** Es nennt keine ROI-Kennzahl und keine
> Amortisationsdauer. Beide hängen an Ihrem Betrieb, und jede Zahl hier wäre erfunden.
> Was es stattdessen liefert, ist das Werkzeug, Ihre eigene auszurechnen: den **EVPI** in
> {ref:kap:unsicherheit} (was eine perfekte Prognose überhaupt wert wäre — eine
> Obergrenze für jedes Prognoseprojekt) und die Kostenzurechnung aus
> {ref:sec:praxisfallen-attribution}.
### Für Ingenieure und Produktionsplaner — die Physik des Systems {-}
> *„Der Engpass wandert. Kaum ist eine Maschine entlastet, steht die nächste — und niemand
> kann mir vorher sagen, welche.“*
* **Der Engpass lässt sich benennen und bepreisen.**
{ref:sec:praxisfallen-attribution} rechnet für jede Kapazität aus, was die nächste Stunde
wert ist — und wie weit dieser Wert trägt. Im Beispiel gilt der Schattenpreis der
Lackiererei exakt bis **+15 Stunden**; eine ganze Sonderschicht von 30 Stunden bringt
deshalb 60 € statt der rechnerischen 120 €. **Die zweite Hälfte wäre bezahlt und
wirkungslos.**
* **Rüstzeiten, Reihenfolgen, Taktzeiten sind der Kern, nicht die Ausnahme.**
{ref:kap:cpsat} modelliert Maschinenbelegung mit Intervallvariablen,
{ref:kap:metaheuristiken} zeigt am selben Fall das Gesamtbild: Faustregel 2 497 Minuten
Rüstzeit, CP-SAT allein 2 628, Simulated Annealing 2 343, Annealing plus LNS **2 289**
und die untere Schranke bei 1 768, damit sichtbar bleibt, wie viel Luft noch da ist.
* **Wenn der Solver zu lange braucht, gibt es Zahlen statt Ratschläge.**
{ref:sec:cpsat-parallele-suche} misst, was mehrere Suchstränge bringen (hier Faktor 12,3)
— und ab wo mehr Arbeiter wieder schaden.
**Ihr Weg.** Pfad B bis {ref:kap:cpsat}, dann Projekt **P5** (Produktionsplanung mit
Rüstkosten). Wenn Ihre echten Instanzen den Solver stehen lassen: {ref:kap:metaheuristiken}
und Projekt **P9**.
**Woran es scheitert.** An der Verwechslung von *bindend* und *teuer*. Eine Bedingung kann
den Plan berühren und trotzdem **nichts** kosten — im Beispiel von
{ref:sec:praxisfallen-attribution} gilt das für eine von fünf bindenden. Wer sie
nachverhandelt, gewinnt nichts und hält das Verfahren für nutzlos.
### Für Investoren und Finanzanalysten — Risiko und Ertrag {-}
> *„Die Optimierung liefert mir Gewichte, die kein Mensch halten würde: 60 % in einem
> Titel, null in fünf anderen. Und im nächsten Quartal sieht sie völlig anders aus.“*
* **Der Grund dafür steht in {ref:kap:finanzdaten}, nicht in {ref:kap:markowitz}.** Eine
aus kurzen Zeitreihen geschätzte Kovarianzmatrix ist schlecht konditioniert; der
Optimierer setzt dann auf Schätzrauschen. Shrinkage nach Ledoit-Wolf ist das Gegenmittel;
ihre Wirkung wird an **Eigenwertspektrum und Konditionszahl** gemessen, nicht behauptet.
* **Der VaR verschweigt genau das, worauf es ankommt.** In der Stichprobe aus
{ref:kap:cvar} sagt der VaR: „an 95 % der Tage höchstens **1,86 %** Verlust“. Der CVaR
sagt: „und wenn doch, dann im Mittel **2,99 %**“. Der schlechteste Tag der Stichprobe
liegt bei **23,0 %** — am VaR ändert dieser eine Tag **nichts**, am CVaR sehr wohl.
Deshalb ist der CVaR die Größe, die man optimiert.
* **Transaktionskosten und Rebalancing sind Teil des Modells, nicht ein Abzug danach.**
{ref:kap:cvar} nimmt sie in die Zielfunktion, {ref:kap:handelsmaschine} setzt den
Backtest daneben — samt der Fallen, die einen guten Backtest wertlos machen.
**Ihr Weg.** Pfad D, und zwar **mit** {ref:kap:finanzdaten}. Danach Projekt **P6**
(Portfolio-Rebalancer) oder **P7** (Risikoreport mit CVaR und Stresstests).
**Woran es scheitert.** An der Reihenfolge. Wer bei Markowitz einsteigt und die
Datenkapitel überspringt, bekommt ein Modell, das seine eigenen Schätzfehler maximiert —
und merkt es erst im Echtgeldbetrieb.
### Für Studierende und Data Scientists — die Methodik {-}
> *„Ich kann ein Modell trainieren und den Fehler senken. Aber wie wird aus einer Prognose
> eine Entscheidung — und woher weiß ich, dass sie gut ist?“*
* **Die unbequemste Erkenntnis zuerst.** {ref:kap:prognose} zeigt an einem gerechneten
Fall, dass das Modell mit dem **schlechteren** MSE die **günstigere** Entscheidung
trifft. Prognosegüte und Entscheidungsqualität sind zwei verschiedene Größen; wer die
eine optimiert, bekommt die andere nicht geschenkt.
* **Dieselbe Mathematik, zwei Welten.** {ref:kap:bruecke} lässt **denselben Code** einmal
über eine Werkstatt und einmal über ein Depot laufen — und benennt die drei Stellen, an
denen die Analogie endet. Struktur zu erkennen ist die eigentliche Fähigkeit, nicht
Bibliothekskenntnis; zu wissen, wo eine Analogie aufhört, gehört dazu.
* **Es wird gerechnet, nicht nacherzählt.** Zu jedem Kapitel gehören Aufgaben mit
vollständigen Lösungen, Handrechnungen und ein „Finde den Denkfehler“ — und jedes
abgedruckte Ergebnis stammt aus einem echten Lauf des danebenstehenden Programms.
**Ihr Weg.** Pfad A, wenn Sie Zeit haben. Sonst Pfad B oder D bis zum ersten Projekt und
von dort zurück in die Grundlagen. Für eigene Fragestellungen: Projekt **P8**.
**Woran es scheitert.** An der Annahme, ein Solver sei eine Bibliothek wie jede andere.
Die schwierige Arbeit steckt in der Formulierung — {ref:kap:modellierung} ist deshalb kein
Vorgeplänkel, sondern das Kapitel, auf das alle anderen aufbauen.
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## Lernpfade {-}
Sie müssen nicht alles lesen, um etwas Nützliches bauen zu können.