Phase 7.3: Glossar "Deutsch - OR" - und die Gegenrichtung
Setzt Paket 7 aus Verbesserungen_03.md um. Neuer Abschnitt im Kapitel "Vom
Management-Wunsch zum Modell", unmittelbar hinter dem Gespraechsleitfaden:
Die zwoelf Fragen liefern Saetze - hier werden sie uebersetzt.
Die Abgrenzung zu Anhang B war die eigentliche Entwurfsfrage. Der
Musterkatalog hat laengst eine Spalte "Umgangssprachlich", laeuft aber in
die andere Richtung: Muster -> Formulierung. Wer aus einer Besprechung
kommt, hat den Satz und sucht den Baustein. Das Lexikon ist genau so herum
gebaut (21 Eintraege, jeweils mit B-Nummer), und Anhang B bekam einen
Rueckverweis. Kein Duplikat, sondern die fehlende Gegenrichtung.
Der Teil, der den Abschnitt traegt, ist aber nicht die Tabelle, sondern was
danach kommt: fuenf Wendungen, bei denen die Uebersetzung eine Entscheidung
erzwingt - "moeglichst", "nicht mehr als drei pro Woche", "im Durchschnitt",
"so schnell wie moeglich", "fair". Bei jeder gibt es zwei bis drei
vertretbare Modelle, und die Wahl gehoert dem Betrieb, nicht dem
Modellierer. Das ist die These des Kapitels, auf die Alltagssprache
angewandt.
Dazu die Gegenrichtung OR -> Deutsch: acht Saetze fuer die Erklaerung eines
Ergebnisses, einschliesslich der Formulierung fuer INFEASIBLE ("Ihre Regeln
widersprechen sich", nicht "der Computer schafft es nicht").
Die neue Uebungsaufgabe laesst drei Zielfunktionen fuer "gleichmaessig
ausgelastet" aufstellen; die Loesung nennt je einen Fall, in dem die Wahl
den Plan sichtbar aendert - und weist darauf hin, dass zwei der drei einen
Halbtagsmonteur bestrafen.
Mitgezogen: Lernziel, Zusammenfassung, Rueckverweis aus Anhang B, Pfad E im
Vorwort (er fuehrte bisher direkt zum Musterkatalog, jetzt ueber das
Lexikon).
Damit ist Phase 7 abgeschlossen. 296 Abschnitte, 766 Querverweise, 141
Aufgaben mit 141 Loesungen, PDF 749 Seiten.
Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
This commit is contained in:
parent
a0691e1919
commit
8ded88ac38
16 changed files with 695 additions and 38 deletions
|
|
@ -260,7 +260,8 @@
|
|||
<p>Erwartung: Das Ergebnis liegt zwischen Lesart A und B — die Regel bindet stärker als „ein Auftrag genügt”, aber schwächer als „alle Aufträge”. Der Lehrpunkt ist nicht die Zahl, sondern dass sich zwischen zwei Lesarten beliebig fein abstufen lässt, sobald man sie einmal als Ungleichung geschrieben hat.</p>
|
||||
<p><strong>4.4 — Zwei Ziele gleichzeitig.</strong> Bei <span class="math inline">\lambda = 0</span> ergibt sich der DB-Plan (78 500 € DB), bei großem <span class="math inline">\lambda</span> der Umsatzplan (66 000 € DB). Dazwischen kippt es an genau einer Stelle — und zwar <strong>sprunghaft</strong>, nicht allmählich: Weil die Entscheidungsvariablen binär sind, gibt es nur endlich viele Pläne, und der Wechsel erfolgt, sobald ein anderer Plan den höheren gewichteten Wert hat.</p>
|
||||
<p>Der Kippwert sagt dem Betrieb etwas Konkretes: <em>„Erst wenn Ihnen ein Euro Umsatz mehr wert ist als λ Euro Deckungsbeitrag, ändert sich Ihr Plan.”</em> Das ist eine Frage, die ein Kaufmann beantworten kann — anders als „welche Gewichtung hätten Sie gern?“.</p>
|
||||
<p><strong>4.5 — Die Anforderung schreiben.</strong> Eine tragfähige Anforderung enthält mindestens:</p>
|
||||
<p><strong>4.5 — Übersetzen, wo es nicht eindeutig ist.</strong> (a) Drei Lesarten von „gleichmäßig ausgelastet”: <strong>(1) Spannweite minimieren</strong> — <span class="math inline">\max_i a_i - \min_i a_i</span>. Bestraft Ausreißer nach beiden Seiten; ein einzelner Untätiger ist genauso schlimm wie ein Überlasteter. <strong>(2) Den Schlechtestgestellten verbessern</strong> — <span class="math inline">\max_i a_i</span> minimieren (B11). Interessiert sich nicht dafür, wie ungleich die übrigen liegen, solange die Spitze sinkt. <strong>(3) Abweichung vom Mittel minimieren</strong> — <span class="math inline">\sum_i |a_i - \bar a|</span> (B10). Verteilt die Last am gleichmäßigsten, kann aber die Spitze höher lassen als (2). Wo es sichtbar wird: Bei fünf Monteuren mit 8, 8, 8, 8 und 16 Stunden senkt (2) die 16 zuerst; bei 4, 8, 8, 8, 12 tut (1) am meisten gegen die Spreizung, während (2) kaum etwas findet. Und wenn ein Monteur aus guten Gründen nur halbtags da ist, bestrafen (1) und (3) genau das — (2) nicht. (b) Hart: <span class="math inline">w_k \le 3</span> für jeden Kunden <span class="math inline">k</span>. Weich: <span class="math inline">w_k \le 3 + s_k</span> mit <span class="math inline">s_k \ge 0</span> und Strafkosten <span class="math inline">c \cdot s_k</span> in der Zielfunktion (B8, B18). Die Frage an den Betrieb ist die dritte der vier: <em>Was passiert, wenn es einmal nicht geht?</em> Führt die Antwort zu „dann müssen wir eben” — weich. Führt sie zu „das darf nicht passieren, dann rufen wir an und verschieben” — dann ist auch das ein Prozess, und die Bedingung bleibt weich, nur mit sehr hohen Strafkosten. Wirklich hart ist sie nur, wenn ein Verstoß rechtlich unmöglich ist. (c) Individuell. Prüfkriterium: Wird eine Wendung gefunden, die <strong>zwei</strong> vertretbare Modelle zulässt — und wird benannt, wer die Wahl treffen muss? Die häufigsten Kandidaten in echten Anforderungen sind „in der Regel”, „zeitnah”, „vergleichbar” und jede Zahl ohne Bezugszeitraum.</p>
|
||||
<p><strong>4.6 — Die Anforderung schreiben.</strong> Eine tragfähige Anforderung enthält mindestens:</p>
|
||||
<ul>
|
||||
<li><strong>Entscheidung:</strong> Für jede Anfrage im Planungszeitraum: annehmen oder ablehnen.</li>
|
||||
<li><strong>Ziel:</strong> Deckungsbeitrag maximieren (Umsatz minus Material).</li>
|
||||
|
|
|
|||
Loading…
Reference in a new issue