operations_research/PROGRESS.md
dschlueter 862e92bc7b Phase 8.2: Solver-Isolation ohne subprocess-Codestrings
Setzt den Isolationsteil von Paket 1 aus Verbesserungen_02.md um. Der Plan
nannte zwei Programme; beim Suchen kam ein drittes dazu, das dasselbe Muster
verwendete.

Ein_System_Vier_Ansaetze.py und Benchmark_Skalierung.py hielten ihre vier
Solvervarianten als Zeichenketten in einem Dictionary und gaben sie an
"python -c" weiter - bei Benchmark_Skalierung.py sogar mit
.format()-Platzhaltern fuer die Instanzgroesse. Aus jeder Variante ist jetzt
eine gewoehnliche Funktion mit lokalem Import geworden.
Solverwechsel_CPSAT_HiGHS.py rief sich selbst ueber sys.argv erneut auf;
auch das entfaellt.

Ausgefuehrt wird ueber einen ProcessPoolExecutor mit zwei Einstellungen, die
beide noetig sind: mp_context "spawn" (frischer Interpreter statt geerbtem
Speicher - unter Linux ist fork der Standard) und max_tasks_per_child=1 (ein
neuer Prozess je Aufgabe; ohne das verwendet der Pool seinen Arbeiter
wieder, und beim zweiten Solver ist der Konflikt zurueck). Nachgemessen:
vier Aufgaben, vier verschiedene PIDs.

Der zweite Punkt hat einen eigenen Warnkasten bekommen, weil der Fehler
leicht zu machen und schwer zu finden ist: Der Absturz kaeme nicht beim
ersten Solver, sondern beim zweiten - und saehe aus wie ein Problem des
zweiten.

Regel 4, dreifach geprueft. Ein_System_Vier_Ansaetze.py: identisch bis auf
die Zeitspalte, einschliesslich der Spannweite 2,41e-08, auf die sich der
Merksatz des Kapitels beruft. Benchmark_Skalierung.py: alle zwoelf
Zielwerte und alle drei Spannweiten bitgleich; Zeiten und Speicher haben
sich verschoben, beide sind im Abdruck seit jeher als hardwareabhaengig
gekennzeichnet. Solverwechsel_CPSAT_HiGHS.py: Ausgabe ohne Zeiten
unveraendert.

Bewusst subprocess bleibt Mutationstest.py: Dort wird pytest auf einer
mutierten Kopie in einem temporaeren Verzeichnis gestartet - ein externes
Werkzeug auf veraenderten Dateien, nicht die Isolation eines Imports.

Neu im Kapitel Oekosystem: ein Abschnitt "Wie die Isolation aussieht, wenn
sie tragen soll" - warum ein Codestring die schlechteste Umsetzung von
"eigener Prozess" ist. Anhang C nennt jetzt ebenfalls ProcessPoolExecutor.

Ein eigener Fehler, gefunden und abgesichert: Ich hatte dem neuen ### ein
{#sec:...}-Label gegeben. ABSCHNITT_RE erkennt nur "## " - das Label waere
nie registriert worden und jeder Verweis darauf ins Leere gelaufen, ohne
Warnung. Label entfernt, --check meldet den Fall jetzt. Gegengetestet.

Stand: 818 Querverweise, 76 Programme, 33 pytest-Tests, PDF 760 Seiten, 69
netzfreie Programme fehlerfrei.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-09-08 12:39:34 +02:00

112 KiB
Raw Blame History

PROGRESS — Optimierte Entscheidungsfindung mit Python, Version 04

Zweck dieser Datei: Sie hält fest, was von PLAN.md bereits erledigt ist — mit den Zahlen, an denen sich das nachprüfen lässt, und mit den Funden, die unterwegs angefallen sind. Wer nach einer Unterbrechung weitermacht, liest diese Datei zuerst; CLAUDE.md verweist dafür auf sie.

Stand: 7. September 2026 · Branch main · Phasen 05 abgeschlossen

(Die genaue Position in der Historie liefert git log --oneline; ein Hash steht hier bewusst nicht, weil er sich mit genau dem Commit ändert, der diese Zeile enthält.)

Legende: fertig und verifiziert · 🔄 in Arbeit · offen


0. Wiederaufnahme in einer neuen Sitzung

Diese vier Schritte zuerst — sie dauern zusammen wenige Minuten und sagen, ob der Stand unversehrt ist, bevor irgendetwas angefasst wird. Weicht ein Wert ab, ist die Ursache zu klären und nicht zu überschreiben.

cd ~/Python_Programs/OR_mit_Python/Version_04

# 1. Arbeitsbaum sauber?
git status --short
#    Soll: leer. Ausnahme siehe unten (bilder_04/titelseite.svg nach einem Build).

# 2. Struktur, Querverweise, Codezäune
python3 Operations_Research_mit_Python_Version_04/build_version_04.py --check
#    Soll: 5 Teile, 23 Kapitel, 5 Anhänge, 292 Abschnitte, 703 Querverweise,
#          325 Indexmarken, 31 Dateien, 27.013 Zeilen, 276 Hauptüberschriften
#    KEINE Zeile mit "WARNUNG", "FEHLENDE DATEIEN" oder "Nicht eingebundene".

# 3. Laufen alle Programme?  (einige Minuten; die Finanzkapitel brauchen Internet)
python3 Operations_Research_mit_Python_Version_04/extract_programme_04.py
MPLBACKEND=Agg bash -c 'for p in Operations_Research_mit_Python_Version_04_Programme/*.py; do
  timeout 600 python3 "$p" >/dev/null 2>&1 || echo "FEHLER: $p"; done'
#    Soll: 73 Programme, keine FEHLER-Zeile.

# 4. Gegenprobe: Version 03 ist unberührt (liegt seit der Trennung daneben)
python3 ../Version_03/Operations_Research_mit_Python_Version_03/build_version_03.py --check
#    Soll: 22 Dateien, 11.082 Zeilen, 131 Hauptüberschriften

Danach den Abschnitt 7. Was als Nächstes ansteht lesen — dort steht der konkrete nächste Handgriff, nicht nur das nächste Thema.

Eine erwartete Abweichung: bilder_04/titelseite.svg und die Kopie OR_HTML_04/bilder_04/titelseite.svg erscheinen als geändert, wenn seit dem letzten Build ein Tag vergangen ist. Das ist kein Schaden: Die Titelseite trägt im Fußband „Stand: “. Einfach beide mitcommitten. Innerhalb desselben Tages ist die Ausgabe byteidentisch — dafür sorgen svg.hashsalt und metadata={"Date": None} in bilder_04/erzeuge_titelseite.py.


1. Der Stand in einem Blick

Phase Inhalt Stand
0 Infrastruktur (Build-Fork, Abschnittsnummerierung, Notebooks, Plotly)
1 Didaktik-Layer über die 15 Bestandskapitel
2 Code-Architektur (or_kern.py, Statusauswertung, Solverwechsel)
3 Neue Kapitel abgeschlossen — 7 geplante + Spaltengenerierung
4 Anhänge (C ausbauen, D neu, B Rezeptkarten) abgeschlossen
5 Medien, Rahmen, Gesamtbau abgeschlossen

Referenzwerte

Diese Zahlen sind mit --check, --pdf und dem Programmdurchlauf reproduzierbar. Weichen sie unerwartet ab, ist etwas kaputtgegangen.

Kennzahl Version 03 Version 04 (heute)
Kapiteldateien 22 36 (31 + 5 Teil-Synthesen)
Kapitel 15 23
Anhänge 4 5
Zeilen im Gesamtdokument 11 082 28 565
Größe des Gesamtdokuments 606 KB 1 622 KB
Hauptüberschriften 131 302
registrierte Abschnitte 122 296
aufgelöste Querverweise 314 818 (0 unaufgelöst)
Indexmarken 295 328
Beispielprogramme 41 76 (alle lauffähig)
PDF-Seiten 760
Notebooks 25
Plotly-Figuren 4
Diagramme (SVG) 26 33, davon 19 mit Generatorskript (16 Skripte)

Gegenprobe: build_version_03.py --check läuft unverändert durch — Version 03 ist von allen Änderungen unberührt.


2. Phase 0 — Infrastruktur

Commit 604c532

  • Verzeichnisse angelegt: Operations_Research_mit_Python_Version_04{,_Programme}, bilder_04/, OR_HTML_04/, Notebooks_04/
  • build_version_04.py als Fork mit allen vier geplanten Eingriffen: Versionsblock mit sämtlichen Pfaden; nummeriere_abschnitte() für die automatische Abschnittsnummerierung; spiegle_bilder(); resolve_plotly() + kopiere_plotly_bibliothek(); baue_notebooks() + ergaenze_notebook_hinweis() + spiegle_notebooks(); erweitertes markiere_karten(); KEINE_KAPITELDATEIEN
  • extract_programme_04.py
  • OR_HTML_04/assets/site.css um die fünf neuen Kartenklassen erweitert
  • Baseline-Build grün für --check, --pdf, --html

Später ergänzt (in Phase 2): pruefe_dateien() zählt jetzt die Codezäune jeder Kapiteldatei und lässt --check fehlschlagen, wenn einer fehlt — siehe die Funde in Abschnitt 6.


3. Phase 1 — Didaktik-Layer

Commits a661a99 bis b154fe8, ein Commit je Kapitel

Alle 15 Bestandskapitel haben den vollständigen Baukasten aus PLAN.md Abschnitt 8:

Kapitel Datei Stand
Einführung 10_Einfuehrung_OR.md
Fundament 11_Mathematisches_Fundament.md
Ökosystem 12_Python_Oekosystem.md
LP 20_Lineare_Programmierung.md
MILP 21_MILP.md
CP-SAT 22_CP_SAT.md
Graphen/Touren 23_Graphen_Fluesse_Touren.md
QP/NLP 30_QP_und_NLP.md
Unsicherheit 31_Unsicherheit.md
Dynamische Prog. 32_Dynamische_Programmierung.md
Finanzdaten 40_Finanzdaten.md
Markowitz 41_Markowitz.md
CVaR 42_CVaR.md
Handelsmaschine 43_Handelsmaschine.md
Praxisfallen 50_Praxis.md

(Ohne Kapitelnummern — die verschieben sich mit jedem eingefügten Kapitel. Im Buch geschieht das automatisch; in dieser Tabelle stünden sonst dauernd falsche Zahlen.)

Jedes Kapitel hat: „In 5 Minuten gelöst“ (15/15), „Finde den Denkfehler“ (15/15), Micro-Quiz mit genau 3 Fragen (15/15), Notebook-Badge. Anhang A enthält die Lösungen zu allen neuen Aufgaben, Quizzes und Denkfehlern.

Kapitelspezifische Ergänzungen über den Baukasten hinaus

  • Kap. 1 Einführung: Excel-zu-Python-Brücke mit Excel_Bruecke.py — vollständiger Weg Tabellenblatt → Modell → Lösung → Rückschreiben, plus Übersetzungstabelle Excel-Solver ↔ Python
  • Kap. 2 Fundament: Skalierung_Kondition.py — Konditionszahl als Experiment
  • Kap. 3 Ökosystem: Modellierungsschichten.py und Vektorisierte_Modellgenerierung.py
  • Kap. 4 LP: Abschnitt „Wann Schattenpreise lügen“ mit Toleranzen_und_Entartung.py — Simplex und Innere-Punkte-Verfahren liefern gegensätzliche Dualwerte; Entartungstest; Schattenpreis-Spannen über alle optimalen Duallösungen
  • Kap. 5 MILP: Abschnitt „Gap, Zeitlimit und Warm-Start“ mit Solverstatus_und_Gap.py (2 s → 9,06 % Gap, 9 s → optimal; die zusätzlichen 7 Sekunden bringen 0,17 %) und Warmstart_Effekt.py. Ehrlich berichtet: Der LPT-Hinweis bringt bei HiGHS nichts, bei CP-SAT Faktor 2,2 bzw. 1,4 — statt der im Auftrag erhofften „massiven Beschleunigung“. Denkfehler mit Big_M_Falle.py: Trickle Flow lässt 11 Lager liefern und verbucht 0 € statt 35 848 € Fixkosten. Die Big-M-Tabelle trägt jetzt gemessene Knotenzahlen (13 gegen 51) — die V03-Behauptung „Big-M ≥ 10⁹ führt oft zum Timeout“ war so nicht haltbar und ist samt Presolve-Vorbehalt korrigiert
  • Kap. 6 CP-SAT: Abschnitt „Die fünf Antworten von CP-SAT“ mit CP_SAT_Statusfaelle.py (alle fünf Status absichtlich erzeugt); Denkfehler mit Strafgewichte.py (Gewicht 1 statt 30 erzeugt 12 Verstöße gegen die Betriebsvereinbarung); interaktives Gantt über {plotly:kap06_jobshop_gantt}
  • Kap. 7 Graphen: Schnellstart mit Ungarischer Methode (gierig 128 min gegen optimal 118 min); Formel-Übersetzer zur totalen Unimodularität samt Warnung vor ihrer Zerbrechlichkeit; Denkfehler mit VRP_Kapazitaetsfalle.py — ohne Ladungsdimension fährt ein Fahrzeug alle 16 Kunden mit 37 Paletten bei Kapazität 10 und sieht dabei 43 % besser aus
  • Kap. 8 QP/NLP: Schnellstart (die riskantere Anlage senkt das Risiko von 12 % auf 8,9 %, naives 50/50 verschlechtert es auf 12,84 %); Formel-Übersetzer zu den vier KKT-Bedingungen; Abschnitt „Jenseits der Konvexität“ mit Lokale_Optima_Multistart.py (5 lokale Optima, 8 % Spanne, der kaufmännisch naheliegende Startpunkt ist der schlechteste); MINLP/Ipopt als ausdrücklich nicht ausgeführter Ausblick mit Installationshinweis; Denkfehler zur nicht positiv semidefiniten Kovarianzmatrix (Eigenwert 0,8, Varianz 0,254 bei erlaubten Leerverkäufen)
  • Kap. 914: Newsvendor-Schnellstart, Rückwärtsinduktion, Kovarianz_Falle.py, Renditeschaetzung_Falle.py, Data_Snooping.py (Bonferroni am Rauschen)
  • Kap. 15 Praxisfallen: Betriebsueberwachung.py — das Modell, das still aufgehört hat zu optimieren
  • Teil-Auftakte II und III: beide Entscheidungs-Flussdiagramme erzeugt (bilder_04/erzeuge_solverwahl_diagramme.py) und eingebunden

Aus Phase 5 vorgezogen

  • Generatorskripte in bilder_04/: erzeuge_solverwahl_diagramme.py, erzeuge_kap06_gantt.py, erzeuge_titelseite.py — in V03 fehlten die Diagrammquellen
  • erste Plotly-Figur: bilder_04/plotly/kap06_jobshop_gantt.html
  • 16 Notebooks in Notebooks_04/

4. Phase 2 — Code-Architektur

Commits 33e9a36, eeea9e8, ed3640d

  • or_kern.py angelegt (Kapitel Praxisfallen, Abschnitt „Der gemeinsame Unterbau“): SolverStatus-Enum mit Übersetzern für alle fünf Bibliotheken (lazy imports, damit ortools und highspy nicht kollidieren), Loesung-DTO mit gap, schattenpreise und als_bericht(), Pydantic-Domänenmodell Produktionsproblem mit Validierung beim Einlesen, pruefe_loesung() und zwei austauschbare Modellbauer (GLOP, SciPy)
  • Excel-Schicht (lade_produktionsproblem() / schreibe_ergebnis()) nach or_kern.py gezogen, pandas als lazy import. Excel_Bruecke.py schrumpfte dadurch von 156 auf 96 Zeilen bei unveränderter Ausgabe
  • schattenpreise im DTO — beide Modellbauer liefern identische Werte (40 / 20 €); der Begriff ist solverunabhängig, die Abfrage nicht
  • MILP_Portfolio_Fixgebuehren.py (Kap. 5) auf status_von_scipy + Loesung umgestellt. ergebnis.success ist ein Bit und unterscheidet nicht zwischen Modell- und Zeitproblem; mit schranke=-mip_dual_bound steht jetzt Gap: 0.00% im Bericht — die Zusage, dass das Optimum bewiesen ist. Der assert-Block wurde zu pruefe_portfolio() mit Beanstandungsliste (asserts verschwinden unter python -O)
  • CP_SAT_Vertretungssystem.py (Kap. 6) auf status_von_cpsat umgestellt: die Auswertung heißt jetzt status.modellfehler / status.brauchbar statt cp_model.INFEASIBLE. Zusätzlich num_workers=1/random_seed=1 und pruefe_plan() als Abnahmeprüfung. Das Programm hatte in V03 überhaupt keine abgedruckte Ausgabe — sie steht jetzt im Buch
  • Bot_Allokation.py (Kap. 1) bewusst nicht umgestellt. Das erste Programm des Buchs soll zeigen, wie ein Modell entsteht; eine Abstraktion würde an dieser Stelle genau das verstecken, was man sehen will. Stattdessen ein 📎-Kasten mit der Regel: Erst die Wiederholung rechtfertigt die Abstraktion
  • Solverwechsel CP-SAT ↔ HiGHS real vorgeführt: neuer Abschnitt „Der Solverwechsel in der Praxis“ im Kapitel Praxisfallen mit Solverwechsel_CPSAT_HiGHS.py (59. Programm). Kapazitierte Standortplanung, 6 Lager / 12 Kunden; beide Solver beweisen 22 010 €. Solverabhängig sind genau die zwei Modellbauer (39 und 52 Zeilen); Domänenmodell, Abnahmeprüfung und Bericht sind wörtlich dieselben. Die zwei Prozesse (ortools/highspy kollidieren beim Import) zeigen nebenbei den zweiten Nutzen des DTOs: model_dump_json() / model_validate_json() überleben eine Prozessgrenze — ein pywraplp.Solver nicht. Die Kosten des Wechsels sind ehrlich benannt: CP-SAT rechnet nur ganzzahlig, HiGHS will Matrixzeilen

5. Die 18 neuen Beispielprogramme

41 (V03) → 59 (V04). Neu hinzugekommen:

Programm Kapitel Was es zeigt
Excel_Bruecke.py 1 Tabellenblatt → Modell → Lösung → Rückschreiben
Skalierung_Kondition.py 2 Konditionszahl, Ruiz-Equilibrierung
Modellierungsschichten.py 3 Rohdaten / Domäne / Modell / Lösung
Vektorisierte_Modellgenerierung.py 3 NumPy/Polars gegen for-Schleifen
Toleranzen_und_Entartung.py 4 gegensätzliche Dualwerte, Entartungstest
Solverstatus_und_Gap.py 5 alle Statusfälle, MIP-Gap, Zeitbudget
Warmstart_Effekt.py 5 Warm-Start ehrlich gemessen
Big_M_Falle.py 5 Trickle Flow: 0 € statt 35 848 € Fixkosten
CP_SAT_Statusfaelle.py 6 alle fünf CP-SAT-Antworten erzeugt
Strafgewichte.py 6 Gewicht 1 statt 30 → 12 Regelverstöße
VRP_Kapazitaetsfalle.py 7 fehlende Ladungsdimension sieht 43 % besser aus
Lokale_Optima_Multistart.py 8 5 lokale Optima, 8 % Spanne
Kovarianz_Falle.py 11 singuläre Kovarianz, Error-Maximizer
Renditeschaetzung_Falle.py 12 was Schätzfehler in \mu kosten
Data_Snooping.py 14 die beste von N Strategien auf reinem Rauschen
Betriebsueberwachung.py 15 das Modell, das still aufgehört hat zu optimieren
or_kern.py 15 der gemeinsame Unterbau
Solverwechsel_CPSAT_HiGHS.py 15 derselbe Fall in zwei Solvern

6. Funde und Korrekturen unterwegs

Diese Liste ist bewusst vollständig — sie ist der eigentliche Ertrag der Prüfschritte und zeigt zugleich, welche Fehlerarten in diesem Projekt auftreten.

Altlasten aus Version 03, die erst jetzt aufgefallen sind

  1. CVaR_Portfolio.py war überhaupt nicht lauffähig. cp.sqrt(cp.quad_form(w, sigma)) ist nicht DCP — cp.sqrt ist konkav und verlangt ein konkaves Argument, quad_form ist konvex. CVXPY lehnt das mit DCPError ab. Jetzt über die Cholesky-Zerlegung als cp.norm2(L.T @ w). Verschärfend: Die Fehlertabelle in Anhang C empfahl an genau dieser Stelle cp.psd_wrap(Sigma) — das behebt eine numerische Beanstandung an der Matrix, nicht die strukturelle Regelverletzung im Aufbau. Ein Leser wäre dieser Empfehlung gefolgt und hätte denselben Fehler wieder bekommen. Zeile korrigiert, ⚠️-Kasten im Kapitel ergänzt.
  2. JobShop_Intervalle.py war nicht deterministisch. Drei Läufe ergaben zwei verschiedene, gleich optimale Pläne — die in V03 abgedruckte Ausgabe ließ sich nicht reproduzieren. Mit num_workers=1/random_seed=1 fixiert, Buchtext angeglichen und zum Lehrpunkt gemacht: nicht auf einen bestimmten Plan testen.
  3. CP_SAT_Vertretungssystem.py hatte gar keine abgedruckte Ausgabe — jetzt vorhanden, nachdem die Reproduzierbarkeit hergestellt war.
  4. Vier veraltete Literalverweise auf Abschnittsnummern („aus 3.2“, „in 4.4“, „aus 7.1“, „in 8.0“) wurden durch die automatische Nummerierung falsch — durch {ref:sec:…} ersetzt.
  5. Ein falsch geschriebenes {ref:sec:cvar-…}-Label, von --check als unbekannt gemeldet.
  6. Die V03-Behauptung „Big-M ≥ 10⁹ führt oft zum Timeout“ war so nicht haltbar — ersetzt durch gemessene Knotenzahlen (13 gegen 51) samt Presolve-Vorbehalt.

Eigene Fehler, die die Prüfschritte abgefangen haben

  1. Zwei fehlende schließende Codezäune (Kap. 1 und 15). Pandoc meldet so etwas nicht; reflow_markdown() faltet stattdessen den gesamten Dateirest zu Fließtext, und im PDF stünde Programmcode als Absatz. Aufgefallen nur an einer Unstimmigkeit der Kennzahlen: Die Zeilenzahl brach um 2 700 ein, während die Dateigröße nur um 21 KB sank — das passt nicht zusammen. ⇒ --check zählt die Codezäune jetzt automatisch (Regel 10).
  2. Eine falsche Behauptung „Risiko unter null“ (Kap. 8): Mit nonneg=True ist das Minimum +0,002, nicht negativ. Numerisch geprüft, Aufgabe so umgeschrieben, dass Leerverkäufe erlaubt sind — dann stimmt die verifizierte 0,254.
  3. Eine falsche Wahrscheinlichkeit (Kap. 9): 97,7 % geschrieben, Simulation sagte 95,5 %. Korrekt ist F(11{,}33) = 0{,}537 und 0{,}537^5 = 0{,}045 — die geschlossene Form stimmt jetzt exakt mit der Simulation überein.
  4. Ein doppeltes Programm (Kap. 13): VaR_Nicht_Addierbar.py fertig geschrieben und getestet, bevor auffiel, dass VaR_CVaR_Demo.py Teil 2 dasselbe schon enthält. Verworfen. ⇒ Regel 9.
  5. Eine CVaR-Falle im eigenen Prüfcode (Kap. 13): r[r <= quantile].mean() wählte 100 % statt 5 % der Szenarien (0,08 % statt 39,33 %). Nur aufgefallen, weil das Ergebnis der Subadditivitätsprüfung widersprach — jetzt als Warnkasten im Kapitel.
  6. Erfundene Schnellstart-Zahlen (Kap. 14): Die erste Fassung enthielt Ausgabewerte, die der Programmlauf widerlegte. Das Einfügen scheiterte zufällig an einem Textanker — die falschen Zahlen erreichten die Datei nie. Neu aufgebaut mit denselben Tagesrenditen in anderer Reihenfolge, damit der Vergleich nachweislich fair ist.
  7. CVaR_Portfolio.py blieb die ganze Phase 1 hindurch unentdeckt, weil immer nur die gerade bearbeiteten Kapitelprogramme geprüft wurden. ⇒ Regel 11: Am Ende jeder Phase die gesamte Programmsuite laufen lassen.

Funde in Phase 3

  1. Anhang A trug die Kapitelnummern hart im Überschriftentext (## Kapitel 13), und die 60 Verweise aus den Kapiteln zeigten auf daraus abgeleitete Anker (#kapitel-13). Das erste eingefügte Kapitel hätte sie alle um eins verschoben — die Links hätten weiterhin funktioniert, aber auf die falschen Lösungen gezeigt. Das ist die tückischere Sorte Fehler: kein toter Link, sondern ein stiller Inhaltsfehler. Umgestellt auf stabile Label ({#sec:loesungen-cvar}) mit {ref:...}-Verweisen.
  2. Verweise zwischen Kapiteldateien meldet niemand. wandle_querverweise() macht im Gesamtdokument fetten Text aus einem unbekannten Ziel, die Website lässt ihn stehen. pruefe_dateien() prüft solche Links jetzt gegen das Dateisystem.
  3. Zwei Instanzentwürfe für das Metaheuristik-Kapitel mussten verworfen werden, beide aus demselben Grund: Sie wurden mit wachsender Größe leichter. Beim Cutting-Stock war die First-Fit-Heuristik schon optimal; bei den Rüstzeiten mit fester Familienzahl bestand der Plan ab 200 Aufträgen nur noch aus wenigen großen Blöcken, die jede Faustregel findet. Erst eine mit n wachsende Familienzahl macht die Aufgabe durchgehend schwer. Lehre: Bei einer Skalierungsaussage gehört geprüft, dass die Instanzfamilie in der Größe nicht ihren Charakter ändert. Nachtrag (Kapitel Spaltengenerierung): Beim Cutting-Stock-Fall ist die Ursache inzwischen benannt und gemessen — sie liegt an der Stückzahl je Behälter. Bei drei Stücken je Rolle bringt exakte Optimierung 11 %, bei sechs nichts. Aus dem verworfenen Vorversuch ist damit ein eigener Kapitelabschnitt geworden.
  4. Eine falsche Erklärung im eigenen Text, aufgefallen durch Nachrechnen: Zur zu heißen Starttemperatur hatte ich geschrieben, es werde „jede Verschlechterung angenommen“. Gemessen sind es 0,29 %. Der Effekt ist echt, die Erklärung war es nicht — jetzt steht die Annahmequote als Spalte in der Tabelle, statt behauptet zu werden.
  5. Eine Behauptung zur LNS-Fenstergröße widerlegt. Geschrieben hatte ich, bei gleichem Zeitbudget gewinne das kleine Fenster. Die Messung sagt das Gegenteil: Fenster 10 sättigt (6 Verbesserungen in 4 000 Runden) und verliert gegen Fenster 20. Der Abschnitt zeigt jetzt das Experiment statt der Regel.

6a. Phase 3 — neue Kapitel 🔄

Kapitel „Metaheuristiken — wenn der exakte Solver aussteigt“

Datei 24_Metaheuristiken.md, eingefügt zwischen Graphen/Touren und QP/NLP. Damit sind alle folgenden Kapitel automatisch um eins weitergerückt — ohne eine einzige Handänderung im Text. Genau dafür war Phase 0 da.

Laufende Aufgabe: Reihenfolge von Lackieraufträgen mit reihenfolgeabhängigen Rüstzeiten. Drei Programme, alle mit festem Zugbudget statt Zeitbudget, damit die abgedruckten Werte auf jeder Maschine reproduzierbar sind:

Programm Was es zeigt
Simulated_Annealing.py Kostenänderung in O(1); Bergsteigen gegen Annealing; Temperaturkalibrierung mit Annahmequote und schlechtestem Zwischenwert
Metaheuristik_vs_Exakt.py Der Umschlagpunkt bei 60 / 200 / 500 Aufträgen — und die Schranke als eigentlicher Ertrag des exakten Laufs
Large_Neighborhood_Search.py Zerstören und exakt reparieren; Fenstergröße mit Optimum in der Mitte

Die gemessenen Kernbefunde (alle in mehreren Läufen bestätigt):

  • Der Umschlagpunkt liegt viel höher, als die Intuition sagt. Bei 60 Aufträgen beweist CP-SAT in 2 Sekunden das Optimum, die Metaheuristik liegt 3,8 % daneben. Erst bei 500 Aufträgen kippt es — dort liefert CP-SAT nach 30 Sekunden eine Lösung, die 5,2 % schlechter ist als die Faustregel eines Meisters.
  • Der Beitrag des Annealings ist bescheiden. Reines Bergsteigen holt 93 % dessen, was Annealing schafft (917 gegen 907 Minuten). Deshalb steht im Kapitel die Anweisung, die einfache Variante immer mitzurechnen.
  • Die Lehrbuchregel zur Starttemperatur ist auf dieser Aufgabe falsch. „Anfangs sollen 2050 % der Verschlechterungen durchgehen“ würde T_0 \approx 50 verlangen; die besten Werte entstehen bei Annahmequoten nahe null. Als brauchbarer Ersatz ist der schlechteste Zwischenwert im Kapitel eingeführt — er zeigt eine zu heiße Temperatur sofort.
  • Das beste Ergebnis kommt aus der Kombination: Annealing, dann LNS (2 289 Minuten) schlägt beide Einzelverfahren. Die untere Schranke liegt bei 1 768 — auch das beste Ergebnis ist noch 29,5 % davon entfernt, und das steht so im Buch.

Bewusste Abweichung vom Plan: Der Plan sah das Kapitel als „Metaheuristiken & Dekomposition“ vor, mit Spaltengenerierung (Dantzig-Wolfe) am Cutting-Stock-Problem. Das Kapitel behandelt jetzt nur die Metaheuristiken; Spaltengenerierung, genetische Algorithmen und Tabu-Suche stehen in einem Abschnitt Was dieses Kapitel nicht behandelt mit je einem Satz zur Einordnung. Gründe:

  1. Das Kapitel ist mit drei Programmen und dem vollen Baukasten bereits umfangreich.
  2. Spaltengenerierung gibt eine andere Antwort auf dieselbe Frage — sie approximiert nicht die Lösung, sondern formuliert das Modell um. Sie neben LNS zu stellen, verwischt genau diesen Unterschied.
  3. Ein Vorversuch mit dem geplanten Cutting-Stock-Beispiel hat gezeigt, dass die First-Fit-Heuristik dort fast immer schon optimal ist (bei 18/30/45 Stücken exakt optimal). Als Aufhänger für Metaheuristiken taugt es nicht; für Spaltengenerierung dagegen sehr wohl — also gehört es in ein eigenes Kapitel oder einen eigenen Abschnitt.

Kapitel „Testen, Messen, Ausliefern“

Datei 51_Testing_und_Deployment.md, zwischen Praxisfallen und Projektwerkstatt. 51_Projektwerkstatt.md wurde dabei zu 59_Projektwerkstatt.md — die Präfixe sollen die Lesereihenfolge zeigen, und zwischen 50 und 59 ist jetzt Platz für weitere Praxiskapitel.

Das Kapitel testet or_kern.py, also den Unterbau aus Phase 2. Vier Programme:

Programm Was es zeigt
test_or_kern.py 33 Tests in vier Arten: Eigenschaften, Invarianten, Regression, Fehlerfälle. Jeder Test läuft über beide Modellbauer
Mutationstest.py Baut zehn realistische Fehler in or_kern.py ein und misst, welche die Suite findet
Benchmark_Skalierung.py Vier Bibliotheken, drei Größen, getrennte Prozesse; Aufbau und Lösen getrennt gemessen
Optimierungsdienst.py FastAPI-Dienst mit Auftragswarteschlange, Selbsttest ohne Server über TestClient

Die tragende Idee: Ein Optimierungsmodell lässt sich fast nie gegen den richtigen Wert testen — niemand kann ihn unabhängig ausrechnen, sonst bräuchte man den Solver nicht. Also testet man Eigenschaften, Invarianten, eine belegte Kleininstanz und die Fehlerfälle. Die vierte Art fehlt fast überall: Die Abnahmeprüfung selbst muss mit kaputten Lösungen gefüttert werden, sonst weiß niemand, ob sie überhaupt anschlägt.

Der Mutationstest fand zwei echte Lücken in der ersten Fassung der Suite (31 Tests): Ein aufgeweichtes SolverStatus.brauchbar (ZEITLIMIT gilt fälschlich als brauchbar) und eine nicht mehr stabile Ressourcenreihenfolge blieben unentdeckt. Beide Tests sind ergänzt, tragen einen Kommentar zu ihrer Herkunft, und der Lauf steht jetzt bei 10 von 10.

Zwei gemessene Nebenbefunde, die im Kapitel tragen:

  • Bei 10 000 Variablen gehen bei OR-Tools rund drei Viertel der Zeit in den Modellaufbau in Python, nicht ins Lösen. Wer dort einen schnelleren Solver sucht, sucht in der falschen Hälfte. CVXPY belegt konstant rund 240 MB — bei knappem Speicher entscheidet diese Spalte und nicht die Laufzeit.
  • OR-Tools gibt den GIL während Solve() frei (Faktor 3,5 bei vier Threads). Für einen Dienst mit C++-Solvern genügt daher ein Threadpool; für eine Python-Heuristik aus {ref:kap:metaheuristiken} nicht.

Kapitel „Mehrere Ziele — Pareto-Fronten statt Gewichte“

Datei 33_Mehrziel_und_Pareto.md, in Teil III hinter der Dynamischen Programmierung. Ein Programm (Mehrziel_Pareto.py) und die erste neue Plotly-Figur seit Phase 1 (bilder_04/erzeuge_pareto_front.py → SVG + PNG + interaktive Fassung).

Fall: Eine Spedition vergibt zwölf Sendungen an drei Verkehrsträger, Kosten gegen CO₂. Der Zielkonflikt entsteht nicht zwischen den Trägern — die Bahn ist immer billiger und sauberer —, sondern durch die Knappheit der Trassen.

Der Kernbefund, geometrisch abgesichert: Die Pareto-Front hat 10 Punkte. Ein Raster aus 1 401 Gewichten findet davon nur 6. Die anderen 4 sind für kein Gewicht erreichbar, und das ist keine Frage der Rasterweite: Sie liegen strikt oberhalb der unteren konvexen Hülle, und eine gewichtete Summe berührt geometrisch immer einen Hüllen-Eckpunkt. Das Programm rechnet die Hülle unabhängig aus und vergleicht — die Gegenprobe steht in der Ausgabe, damit die Aussage nicht auf dem Raster beruht.

Zweiter Befund aus derselben Messung: Das Gewicht ist keine Feineinstellung. 1 401 Gewichte erzeugen 6 verschiedene Pläne; weite Bereiche liefern dasselbe, dazwischen springt es. Das macht „wir probieren ein paar Gewichte“ zum Glücksspiel.

Als Ersatz führt das Kapitel das ε-Constraint-Verfahren in der Form ein, die genau so viele Solverläufe braucht, wie die Front Punkte hat (hier 10 statt 1 401) — plus lexikografische Optimierung für den Fall einer echten Rangfolge. Entscheidbar wird die Front durch die Spalte € je kg, die mit dem internen CO₂-Preis vergleichbar ist.

Der Denkfehler ist der stärkste des Kapitels: Ein Team tastet 500 Gewichte ab, legt alle gefundenen Pläne dem Fachbereich vor und hält den Lösungsraum damit für vollständig abgetastet. Er ist es prinzipiell nicht — und der zweite Teil der Frage ist der beunruhigende: Niemand hätte es bemerkt. Es fehlte kein schlechter Plan, sondern es fehlten gute, und ein fehlender Kompromiss hinterlässt keine Spur.

Kapitel „Die Strukturbrücke — dieselbe Mathematik, zwei Welten“

Datei 35_Strukturbruecke.md. Sie eröffnet jetzt Teil IV — die Teil-Überschrift samt Vorspann ist aus 40_Finanzdaten.md hierher gewandert (36 Zeilen). Das war der erste Einfügepunkt mit einer Teil-Grenze; es hat problemlos funktioniert, weil Teil-Überschriften schlicht am Anfang der ersten Kapiteldatei stehen.

Der Anlass: Der Teil-Vorspann behauptete die Brücke bereits als Tabelle („Ressourcen auf Produkte verteilen" ↔ „Kapital auf Anlagen verteilen"). Solche Tabellen sind billig. Das Kapitel macht daraus einen Nachweis.

Strukturbruecke.py führt zweimal denselben Code mit Daten aus zwei Welten aus:

  • Allokation: Ein Depot passt unverändert in die Klasse Produktionsproblem aus or_kern.py — kein Adapter, keine Unterklasse. Der Schattenpreis des Risikobudgets (60,26 €) ist derselbe Dualwert derselben Nebenbedingung, der in der Werkstatt den Wert einer Montagestunde angibt. In der Finanzwelt heißt er Preis des Risikos.
  • Absicherung: Eine CVaR-Funktion, einmal mit Kursverlusten in Prozentpunkten, einmal mit Lieferverzügen in Tagen. Die Rockafellar-Uryasev-Formel enthält kein Wort, das nur an der Börse Sinn ergibt.

Ein Nebenbefund, den das Programm selbst feststellt: Die Streuungsgrenze von 40 % bindet nur im Einkauf. Im Depot verhindert stattdessen die Mindestrendite die Konzentration. Zwei verschiedene Bremsen an verschiedenen Stellen des Modells — wer eine Struktur überträgt, überträgt also nicht mit, welche Nebenbedingung am Ende bindet.

Der ehrliche Teil ist der dritte Abschnitt: drei Dinge wandern nicht mit — gemessene gegen geschätzte Zahlen, stabile gegen reagierende Prozesse, teilbare gegen ganzzahlige Entscheidungen. Die letzte erklärt nebenbei eine Beobachtung, die aufmerksamen Lesern auffällt: Teil II ist voller MILP, Teil IV fast frei davon. Das liegt an der Welt, nicht an der Methode.

Beim Schreiben aufgefallen: Das Programm löste zunächst den in {ref:kap:oekosystem} dokumentierten Importkonflikt aus — loese_mit_glop zieht ortools, danach scheitert CVXPY beim Laden von highspy mit einem undefined symbol. Behoben durch loese_mit_scipy; der Grund steht jetzt als Warnung im Programmkopf. Ein Beleg dafür, dass die lazy imports in or_kern.py kein theoretisches Detail sind.

Kapitel „Predict-then-Optimize“

Datei 34_Predict_then_Optimize.md. Abweichung vom Plan bei der Einordnung: Der Plan sah das Kapitel in Teil IV neben der Strukturbrücke vor. Es steht jetzt in Teil III, direkt hinter Mehrziel — thematisch gehört es zu „was optimiert man, wenn man die Zahlen nicht kennt", und der Beispielfall ist eine Bäckerei, keine Finanzanwendung. In Teil IV (Finanzmärkte) wäre es ein Fremdkörper gewesen.

Der Kernbefund: Vier Verfahren auf denselben Daten. Das Verfahren mit dem besten MSE hat die höchsten Kosten (42,63 €/Tag); das kostenbeste hat einen um 13 % schlechteren MSE und spart 10,7 %. Wer Prognosemodelle nach MSE auswählt — die Voreinstellung jeder Modellauswahl-Bibliothek —, wählt hier das falsche.

Der Grund ist die Asymmetrie der Newsvendor-Kosten: Fehlmenge 6 €, Überhang 3 €, also liegt das Optimum beim 66,7-%-Quantil und nicht beim Erwartungswert. Die Quantilregression schätzt dieses Quantil direkt aus den Merkmalen.

Warum ein pauschaler Sicherheitszuschlag zu kurz greift — nachgerechnet statt behauptet: Der verwendete Zuschlag beträgt 5,9 Stück, richtig wären 3,5 (normale Tage) und 12,3 (Aktionstage). Ein einziger Wert ist an ruhigen Tagen 1,7-mal zu groß und an unruhigen halb so groß wie nötig.

Ein eigener Fehler, der zum Kapitelabschnitt wurde: Der erste Entwurf bewertete auf 230 Testtagen — dort hatte die Quantilregression den besseren MSE, und die Kernaussage stand auf dem Kopf. Ausgemessen: Bei 180-Tage-Fenstern sieht das schlechtere Modell in 11,8 % der Fälle besser aus, bei 730 Tagen nie. Daraus ist ein eigener Abschnitt geworden: Ein Kennzahlenvergleich ohne Streuungsangabe ist keine Aussage.

Kapitel „Supply-Chain und Energieeinsatz unter Unsicherheit“

Datei 36_Supply_Chain_Energie.md, in Teil IV zwischen Strukturbrücke und Finanzdaten. Damit ist Phase 3 abgeschlossen.

Regel 9 war hier ausschlaggebend: Der Plan sah „Netzwerkdesign mit Standortentscheidungen" vor — aber Standortplanung kommt bereits in fünf Programmen vor (Solverstatus_und_Gap, Betriebsueberwachung, Big_M_Falle, Solverwechsel_CPSAT_HiGHS, Benchmark_Skalierung). Eine sechste Fassung wäre Wiederholung gewesen. Stattdessen: Kraftwerkseinsatzplanung — im Buch bisher nur als Domäne erwähnt, nie modelliert.

Der methodische Beitrag über {ref:kap:unsicherheit} hinaus: Dort ist die erste Stufe des zweistufigen Modells kontinuierlich. Hier ist sie binär — das An/Aus je Block und Stunde steht am Vorabend fest, für alle Szenarien gleich, und lässt sich nicht anteilig anpassen.

Die gemessenen Befunde:

  • Planung auf den Wind-Erwartungswert kostet 149 % mehr und führt in 28 von 40 Szenarien zum Lastabwurf; der schlimmste Tag ist sechsmal so teuer.
  • Der zweistufige Plan braucht dafür nur sechs zusätzliche Blockstunden. Der Unterschied ist im Commitment-Muster mit bloßem Auge sichtbar.
  • Die CVaR-Schranke auf die nicht gedeckte Energie kostet bei realistischen 3 000 €/MWh nichts — der risikoneutrale Plan hält sie bereits ein. Erst bei einem Marktpreisdeckel von 300 €/MWh greift sie und kostet 844 €/Tag für 18,4 vermiedene MWh, also 46 € je vermiedener MWh.

Der dritte Punkt war zunächst ein enttäuschendes Ergebnis (die Schranke tat nichts) und ist zum stärksten Befund des Kapitels geworden: Eine Risikoschranke ändert genau dann etwas, wenn der Schaden zu niedrig bepreist ist. Bei realistischer Bewertung erledigt die Minimierung der erwarteten Kosten die Absicherung von selbst — was die reale Lage der Energiewirtschaft beschreibt, in der ein Marktpreisdeckel den volkswirtschaftlichen Schaden nicht abbildet.

Strukturelle Anpassung: Teil IV hieß „Operations Research an den Finanzmärkten" und enthält jetzt ein Energiekapitel. Er heißt daher „Anwendungen — Energiewirtschaft und Finanzmärkte" (Label {#teil:anwendungen}, 6 Verweise umgestellt), und sein Vorspann gliedert ihn in drei Abschnitte: Brücke, Industrieanwendung, Finanzanwendung. Wer mit Produktion oder Energie zu tun hat, liest die ersten beiden und kann den Rest überspringen — genau die Wahlmöglichkeit, die die Rezension eingefordert hat.

Kapitel „Spaltengenerierung“ — der nachgeholte Punkt

Datei 25_Spaltengenerierung.md, direkt hinter den Metaheuristiken. Damit ist der Plan-Punkt „Metaheuristiken & Dekomposition" vollständig eingelöst, und Phase 3 hat keine offenen Punkte mehr.

Als eigenes Kapitel und nicht als Abschnitt: Das Metaheuristik-Kapitel ist mit 1 516 Zeilen bereits das zweitlängste, und Spaltengenerierung ist ein exaktes Verfahren — unter einer Metaheuristik-Überschrift wäre es falsch einsortiert.

Der Aufbau steht auf Vorhandenem. Das Pricing-Teilproblem ist ein Rucksack (Rucksack.py, {ref:kap:milp}), die Preise dafür sind die Dualwerte aus {ref:sec:lp-dualitaet-und-schattenpreise}. Neu ist allein die Schleife — das Kapitel führt nichts ein, was die Leser nicht schon hätten.

Die gemessenen Befunde:

  • Die Musterzahl springt beim Halbieren der Breiten von 309 auf 46 408 (Faktor 150), die Zahl der gebrauchten Muster bleibt bei knapp 30. Bei der schmalen Instanz werden 0,06 % aller Muster erzeugt.
  • Bei breiten Zuschnitten spart das Verfahren 9 von 82 Rollen (11 %). Bei schmalen spart es nichts — dort ist First-Fit bereits optimal.
  • Der Unterschied hängt an einer Kennzahl: Stücke je Rolle (3,0 gegen 6,4).

Der wertvollste Teil war ein Nebenprodukt. Der letzte Punkt erklärt nachträglich Fund 16 (siehe unten): Der beim Metaheuristik-Kapitel verworfene Cutting-Stock-Vorversuch scheiterte nicht am Zufall, sondern an genau dieser Kennzahl. Das Buch beantwortet damit eine Frage, die es vorher offengelassen hatte — und die Antwort ist eine Zahl, die man vor einem Projekt ausrechnen kann.

Denkfehler: die LP-Lösung naiv aufrunden. Gemessen 79 statt 73 Rollen (+8 %), weil nicht eine Zahl aufgerundet wird, sondern dreizehn — je Muster eine. Der Kollege verwechselt untere Schranke mit Gütegarantie; das ganzzahlige Master über dieselben Spalten kostet eine Zeile und liefert 73.

Beim Schreiben verhindert: Zwei Sackgassen sind durch Vorabprüfung ausgeschlossen worden. Erstens findet First-Fit bei Instanzen in Handrechnungsgröße immer das Optimum (vier Varianten geprüft) — der Schnellstart durfte also nicht auf einem Vergleich beruhen und zeigt stattdessen den Perspektivwechsel. Zweitens hätte ein Verweis auf einen „Abschnitt zur Symmetrie" in {ref:kap:milp} ins Leere gezeigt; den gibt es nicht, die Erklärung steht jetzt im Kapitel selbst.


6b. Phase 4 — Anhänge 🔄

Anhang C: vom Fehlerzettel zum Diagnosehandbuch

Anhang C listete elf Symptome (C1C11) mit je einer Handvoll Prüfungen. Was fehlte, war der Fall, in dem diese Prüfungen alle durchlaufen und trotzdem nichts finden. Genau dort setzt der Ausbau an.

Neues Programm Konfliktsuche.py — Deletion Filter (IIS). Der Kern ist eine einzige Regel: Nimm eine Bedingung heraus; bleibt der Rest unlösbar, wurde sie nicht gebraucht und darf endgültig weg. Nach einem Durchlauf über alle n Bedingungen ist die Restmenge unreduzierbar — n Solveraufrufe statt 2^n Teilmengen.

Die Instanz ist ein Produktionsplan mit 5 Variablen und 14 benannten Bedingungen. Gemessen:

Befund Zahl
naive Suche („jede Bedingung einmal weglassen") 0 Treffer
Deletion Filter 14 Aufrufe → Konflikt aus 3 Bedingungen, nachweislich minimal
Konflikte insgesamt im Modell 9 verschiedene, Größe 3 bis 5
Steuerung über die Prüfreihenfolge 2 von 4 gegen 1 von 3 veränderlichen Bedingungen im Befund

Der eigentliche Fund war Teil 5. Die erste Fassung behauptete, die Prüfreihenfolge beeinflusse das Ergebnis, und belegte das mit einem einzigen umgekehrten Durchlauf — der zufällig denselben Konflikt lieferte. Erst 200 gewürfelte Reihenfolgen zeigten, dass das Modell neun verschiedene minimale Konflikte enthält. Die Behauptung stimmte, der Beleg nicht; aus der Messung wurde ein eigener Programmteil und die praktisch wichtigste Aussage des Abschnitts: „den" kleinsten Konflikt gibt es nicht.

Daraus folgt ein Praxisgriff, der ebenfalls gemessen ist: Wer die unveränderlichen Bedingungen zuerst prüfen lässt, bekommt sie eher aus dem Befund heraus und sieht dafür mehr Stellschrauben. Beide Befunde sind wahr — nur einer nennt dem Planer etwas, das er tun kann.

Abgrenzung, die Regel 9 erzwungen hat. Infeasibility_Diagnose.py (Kap. Praxisfallen) war zuerst zu lesen. Es macht hierarchische Relaxation mit CP-SAT: „was tun wir jetzt?". Der Deletion Filter beantwortet „was widerspricht sich?" — andere Frage, andere Solverfamilie, andere Instanz. Beide verweisen jetzt aufeinander, statt sich zu wiederholen.

Zwei Anschlüsse an vorhandene Programme ergänzt:

  • C6 (falsche Dualwerte) setzte stillschweigend voraus, dass es einen richtigen Schattenpreis gibt. Neue vierte Prüfung: Bei Entartung gibt es den nicht, der Wert ist nicht falsch, sondern mehrdeutig — Verweis auf die Dualspannen aus Toleranzen_und_Entartung.py.
  • C5 (instabile Lösung) war ein reiner Finanzabschnitt (Kovarianzmatrix, Shrinkage). Neuer Teil „Derselbe Fehler außerhalb der Finanzwelt": Kondition der Restriktionsmatrix, Größenordnungen der Koeffizienten, Ruiz-Equilibrierung aus Skalierung_Kondition.py.

Anhang-Dateinamen: den Buchstaben herausgenommen

Die Dateien hießen 90_Anhang_A_Loesungen.md93_Anhang_D_Glossar_und_Literatur.md. Der Buchstabe ist abgeleitete Information — dieselbe Sorte, die in diesem Projekt schon zweimal gerottet ist (die Überschriften in Anhang A, die Kapitelnummern in 66 Docstrings). Ein neuer Anhang vor dem Glossar hätte ihn in jedem Dateinamen falsch gemacht.

Jetzt heißen sie 90_Anhang_Loesungen.md, 91_Anhang_Modellierungsmuster.md, 92_Anhang_Fehlerdiagnose.md, 93_Anhang_Spickzettel.md, 94_Anhang_Glossar_und_Literatur.md — Ordnungspräfix und Thema, kein Buchstabe. Denselben Grundsatz halten die Programmdateien schon („Sensitivitaetsanalyse.py, nicht Kap_04_…"). 22 Dateien mit Verweisen mitgezogen; die HTML-Seitennamen sind unberührt, weil seiten_dateiname() sie aus dem {#anhang:label}-Slug bildet.

Anhang D (neu): Spickzettel der Solver

Sechs Seiten statt der geplanten fünf — pywraplp fehlte im Plan, steht aber in sechs Programmen des Buchs. Reihenfolge nach tatsächlicher Verwendung: SciPy (21 Programme), HiGHS (14), OR-Tools/pywraplp (6), CP-SAT (16), CVXPY (16), Pyomo/Linopy (je 1).

Jede Seite hat denselben Aufbau, damit sie sich nebeneinanderlegen lassen: wofür (und wofür nicht), Modell, Variablen, Nebenbedingungen, Lösen, alle Statusfälle (Regel 5), Lösung auslesen, drei Stolpersteine.

Alle Schnipsel lösen dasselbe Problem — das Produktionsprogramm aus dem Ökosystem-Schnellstart mit dem bekannten Optimum 530 und den Schattenpreisen 12 und 1. Damit ist jeder Schnipsel selbstprüfend. Jeder wurde einzeln in einem eigenen Prozess ausgeführt (ortools und highspy vertragen sich nicht, siehe C9); alle sieben liefern 530 bzw. die CP-SAT-eigene Instanz. Ausnahme mit Ansage: CP-SAT bekommt ein ganzzahliges Beispiel, weil ein stetiges LP dort das falsche Werkzeug wäre.

Abgegrenzt (Regel 9): Ein_System_Vier_Ansaetze.py zeigt dieselben Bibliotheken im Vergleich, Modellierungsschichten.py die beiden Modellierungssprachen. Der Anhang ist die Nachschlagefassung und verweist auf beide, statt sie abzuschreiben.

Anhang B: drei Rezeptkarten — und eine Tabelle voller falscher Zahlen

Der eigentliche Fund war die Übersichtstabelle. Sie nannte zu jedem der 24 Muster ein Kapitel als Literalzahl: B1 „5.3", B18 „15.1", B21 „9.4". Nach den acht in Phase 3 eingefügten Kapiteln war jede einzelne dieser Zahlen falsch — MILP steht heute bei 6, Praxisfallen bei 22, Unsicherheit bei 12. Ein Leser, der B18 nachschlägt, landete in {ref:kap:prognose}. Die Spalte ist jetzt auf {ref:kap:…} umgestellt und rechnet sich beim Bauen selbst aus.

Drei neue Karten, jeweils erst gegen den Bestand geprüft (Regel 9):

  • B25 Mindestabnahmemenge über einen Zeitraum. B2 hatte die Struktur („entweder 0 oder mindestens L"), aber nicht den Jahresvertrag: ein Schalter für den ganzen Zeitraum, nicht einer je Periode. Die Verwechslung erzeugt ein unlösbares Modell, und man sucht den Fehler dann in den Daten. Dazu die vergessene obere Kopplung — Trickle Flow andersherum.
  • B26 Rüstzeit als Kapazitätsverbrauch. B17 verbucht den Wechsel in der Zielfunktion. Sobald die Maschine ausgelastet ist, gehört er zusätzlich in die Kapazitätszeile — sonst verteilt das Modell die Produktion auf viele kleine Lose, weil ein Wechsel zwar Geld, aber keine Zeit kostet. Der Plan geht auf dem Papier auf und in der Schicht nicht.
  • B27 Budgetlimit. War überhaupt nicht abgedeckt. Kern der Karte ist die Frage, die die Geschäftsführung stellt („was bringt der nächste Euro?"): Beim LP ist das der Schattenpreis, bei Ganzzahligkeit gibt es ihn nicht — dort mit erhöhtem Budget neu rechnen. Und: Die LP-Relaxation verspricht zu viel, weil sie die letzte Maßnahme anteilig kaufen darf.

6c. Phase 5 — Medien, Rahmen, Gesamtbau 🔄

Formel-Übersetzer in Markowitz und CVaR

Der letzte offene Punkt aus Phase 1. Beide Kapitel hatten je drei gute 📐-Lesehilfen — die erklären die Idee. Was fehlte, war an beiden Stellen dasselbe: die Notation selbst.

  • {ref:kap:markowitz}: Das Kapitel beginnt mit der ausgeschriebenen Zweititelformel und springt dann zu \mathbf{w}^\top\boldsymbol{\Sigma}\mathbf{w}, ohne die beiden zu verbinden. Die neue Karte löst das Matrixprodukt in die Doppelsumme über alle Paare auf und zeigt, dass es für n=2 Buchstabe für Buchstabe die Eingangsformel ist. Nachgerechnet: Eigenrisiken 0{,}0288, Zusammenspiel -0{,}0115, Summe 0{,}0173\sigma_p = 13{,}15\,\%, also unter beiden Einzelrisiken (20 % und 30 %).
  • {ref:kap:cvar}: Der Bruch \frac{1}{S(1-\alpha)} war nirgends erklärt. Die Karte übersetzt jedes Zeichen und benennt die teuerste Verwechslung: \alpha und 1-\alpha zu vertauschen wirft keine Fehlermeldung. An 2 000 simulierten Renditen mit Fat Tails gemessen: richtig 3,43 % (Mittel über 100 Szenarien), vertauscht 0,18 % (über 1 900) — Faktor 19, und die zweite Zahl ist überhaupt kein Randmaß mehr.

Lernpfade an den Stand nach Phase 3/4 angepasst

Die Wegweiser stammten aus der Zeit der 15 Kapitel und waren an drei Stellen falsch:

  • Pfad A endete bei {ref:kap:praxisfallen} — seit Phase 3 gibt es danach noch {ref:kap:testing}. Auch die Zeitangabe (6080 h) passte nicht mehr zu 23 Kapiteln.
  • Pfad B/C verwiesen auf „{ref:kap:fundament} (nur 2.12.3)" — harte Abschnittsnummern (Regel 1), die inzwischen auf Schnellstart und Lernziele zeigten statt auf den Stoff. Jetzt {ref:sec:…}-Verweise.
  • Keiner der Pfade kannte die acht neuen Kapitel. B und C bekommen jetzt den Hinweis auf {ref:kap:metaheuristiken} bzw. {ref:kap:dekomposition} für den Fall, dass der Solver an der echten Instanz stehen bleibt; Pfad F (neu) führt vom Prototyp in den Betrieb ({ref:kap:praxisfallen} → {ref:kap:testing} → Fehlerdiagnose). Pfad E nennt zusätzlich den neuen Spickzettel.

Aufgaben, Handrechnungen und Abbildungen: die letzten 153 harten Nummern

Der im vorigen Schritt gefundene Defekt ist behoben — und zwar nach derselben Regel wie Kapitel und Abschnitte: die Zahl steht nicht mehr im Quelltext.

Im Quelltext steht jetzt **Aufgabe ⭐ — Titel.**, > **✏️ Handrechnung: Titel** und ![Bildunterschrift](…) — genau so, wie es die acht in Phase 3 geschriebenen Kapitel schon hielten. Beim Bauen vergibt die neue Funktion nummeriere_marken() daraus Aufgabe 5.3, Handrechnung 5.1, Abb. 5.2.

Sie liest den Kapitelpräfix aus den bereits gesetzten # Kapitel N:-Überschriften, genau wie nummeriere_abschnitte(). Deshalb genügt ein Aufruf für beide Baupfade: im Gesamtdokument aus resolve_numbering(), im Mehrseiten-Bau aus resolve_numbering_seite(), wo die Kapitelüberschrift zu diesem Zeitpunkt schon nummeriert auf der Seite steht. Beide Pfade liefern nachweislich dieselben Nummern.

Zwei Entscheidungen, die den Rest der Arbeit bestimmt haben:

  • Codeblöcke werden übersprungen. Was in einem Programm steht, löst extract_programme_04.py als Datei heraus; eine Nummer, die nur der Buchsatz kennt, würde Buch und Programm auseinanderlaufen lassen (Regel 6). Also dürfen Programme solche Nummern gar nicht erst enthalten.
  • Bilder vor dem ersten Kapitel bleiben unnummeriert — die beiden Entscheidungsdiagramme unter den Teil-Überschriften. Dieselbe Regel wie bei Abschnitten.

Was dafür umgestellt werden musste:

Was Anzahl
Marken entnummeriert (97 Aufgaben, 15 Handrechnungen, 23 Abbildungen) 135
Querverweise von Nummern auf Namen umgestellt 21
Kapitelnummern in Code-Kommentaren durch Kapitelnamen ersetzt (Regel 2) 12
Stellen in README.md / README_Programme.md 3

Der zweite Fund dabei: Die Programme trugen nicht nur Handrechnungsnummern, sondern auch Kapitel N in Kommentaren. Zwei davon waren bereits falsch — Installationstest.py nannte „nur Kapitel 11-14" für die Livedaten (heute 1821), Renditeschaetzung_Falle.py verwies auf „Kapitel 11" statt auf das Kapitel Finanzdaten (18). Auch die beiden READMEs führten noch Lernpfade über „Kapitel 1 bis 15".

Drei Programme drucken den geänderten Text, ihre abgedruckte Ausgabe wurde gegen einen echten Lauf gediffed (Regel 4): Installationstest.py, Dualitaet_Nachweis.py, Diversifikation_Demo.py.

Der Quelltext ist jetzt vollständig frei von abgeleiteten Nummern. Die Gegenprobe

grep -nE '\b(Aufgabe|Handrechnung|Abschnitt|Kapitel) [0-9]+(\.[0-9]+)?\b' \
  Operations_Research_mit_Python_Version_04/*.md

findet nichts mehr. Sie gehört in jede spätere Wiederaufnahme.

Rahmen: Notation und Projektwerkstatt an die neuen Kapitel angeschlossen

Zwei Wegweiser, die von Phase 3 überholt worden waren.

Notation und Abkürzungen. Das Verzeichnis kannte kein einziges Symbol der acht neuen Kapitel. Ergänzt als neuer Abschnitt 1.5 (Verfahrenskapitel): Reihenfolge \pi, Zugbewertung \Delta, Temperatur T und das Metropolis-Kriterium ({ref:kap:metaheuristiken}); Dualpreis \pi_i, Musterspalte a_i und reduzierte Kosten ({ref:kap:dekomposition}); Pareto-Dominanz und die $\varepsilon$-Schranke ({ref:kap:mehrziel}); das Dach \hat{d}_t für Prognosewerte ({ref:kap:prognose}); Anfahr-/Einsatzvariable, Mindestlaufzeit und der Fensterindex \tau ({ref:kap:supplychain}). Sieben Abkürzungen kamen dazu: SA, LNS, CG, IIS, MSE, GIL, JSON.

Dabei ist \pi als neue Doppelbelegung aufgefallen — Reihenfolge in {ref:kap:metaheuristiken}, Dualpreis in {ref:kap:dekomposition}. Beide Bedeutungen sind in der Literatur so verbreitet, dass ein Ausweichbuchstabe mehr verwirren würde; der Fall steht jetzt in der Warnbox neben \lambda, \gamma und S.

Dritter Fundort derselben Rostspur. Die Abkürzungstabellen führten eine Spalte „Kapitel" mit nackten Zahlen: LP → 4, VaR → 13, TSP → 7. Alles V03-Nummern, alle falsch. Die vorherige grep-Gegenprobe hatte sie nicht gefunden, weil dort die Zahl allein in einer Tabellenzelle steht, nicht als „Kapitel N" im Fließtext. 38 Zellen auf {ref:kap:…} umgestellt. Dieselbe Bauform fand sich noch einmal in der Projektwerkstatt („Kapitel: 1, 5, 6, 15" in den Projektköpfen, plus eine Tabellenspalte in P8) — weitere 9 Stellen.

Projektwerkstatt: drei neue Projekte. Für Metaheuristik, Mehrziel und Deployment gab es keinen Projektausgang. Neu sind:

  • P9 — Wenn der Solver aussteigt. P3 mit 400 statt 30 Kunden: exakt gegen heuristisch unter gleichem Zeitbudget, gesucht ist der Umschlagpunkt, nicht der Sieger. Mit der Falle, in die hier fast jeder tappt — die Heuristik nur dort zu testen, wo man das Optimum nicht kennt.
  • P10 — Zwei Ziele, eine Entscheidung. Kosten gegen CO₂ über das $\varepsilon$-Constraint-Verfahren. Ergebnis ist eine Kurve, keine Lösung; abzunehmen ist unter anderem der Nachweis, welche Punkte eine gewichtete Summe niemals findet.
  • P11 — Vom Skript zum Dienst. Kein neues Modell, sondern der Schritt danach: eines der eigenen Projekte P1P10 in vier Schichten übergeben (Domäne, Kern, Tests, HTTP). Prüfstein ist, ob eine unbeteiligte Person es allein zum Laufen bringt.

Vorwort (Projektzahl, Pfade B/C/F mit P9 und P11 verknüpft) mitgezogen.

Nebenbei in PLAN.md korrigiert: Die Abnahmeliste in Abschnitt 10 rief pytest …/Programme/tests -q auf — dieses Verzeichnis gibt es nicht. Die Suite heißt test_or_kern.py und liegt flach im Programme-Verzeichnis; sie läuft grün (33 Tests).

Die vier fehlenden Diagramme

PLAN.md Abschnitt 7 nennt sieben neue Diagramme für Phase 5. Drei standen bereits (zwei Entscheidungs-Flussdiagramme, Pareto-Front), vier fehlten. Sie sind jetzt da — jedes mit Generatorskript, und die beiden gemessenen rechnen dieselbe Instanz wie das zugehörige Buchprogramm:

  • Konditionszahl-Experiment ({ref:kap:fundament}), erzeuge_kondition.py. Links die gemessene Fehlerverstärkung gegen \kappa(A) über zwölf Größenordnungen: Sie liegt auf der theoretischen Schranke — \kappa ist keine Faustregel, sondern wird im schlimmsten Fall vollständig ausgeschöpft. Rechts die Ruiz-Equilibrierung, 8{,}67\cdot10^{10} \to 4{,}69\cdot10^{1}. Die knifflige Stelle: Skalierung_Kondition.py zieht die Mischmodell-Matrix aus demselben Generator, aus dem vorher schon die Störungen von Experiment 1 kamen. Der Generator spielt die Ziehungsreihenfolge deshalb exakt nach — sonst zeigte das Diagramm eine andere Konditionszahl als der abgedruckte Programmlauf.
  • Metaheuristik-Landschaft ({ref:kap:metaheuristiken}), erzeuge_metaheuristik_landschaft.py. Eine Landschaft über 200! Punkten lässt sich nicht zeichnen — wohl aber, wie die Suche sie durchläuft. Aufgezeichnet wird der aktuelle Zustand, nicht der beste: Der beste fällt bei jedem Verfahren monoton, und was die Verfahren unterscheidet, ist gerade, wie weit sie sich unterwegs entfernen dürfen. Alle Werte reproduzieren die Kapiteltabelle (1 049 / 917 / 907 und die Temperaturreihe 919 / 907 / 914 / 939 / 1 041).
  • Clean-Architecture-Schichten ({ref:kap:praxisfallen}) und Dienst-Ablauf ({ref:kap:testing}), beide in erzeuge_architektur_diagramme.py (Graphviz, Palette der Entscheidungsdiagramme). Sie bilden ab, was in or_kern.py und Optimierungsdienst.py tatsächlich steht, kein allgemeines Schema: beim ersten steckt die Aussage in der Pfeilrichtung (alles zeigt nach innen, die Domäne auf nichts), beim zweiten in der 202-Antwort.

Alle vier sind in die Kapitel eingebaut und werden von nummeriere_marken() automatisch nummeriert (Abb. 2.3, 9.1, 22.3, 23.1).

Plotly-Figuren: von zwei auf vier

Maßstab war, ob der Hover echte Zusatzinformation trägt statt Kosmetik. Zwei Figuren haben ihn erfüllt:

  • Suchverlauf ({ref:kap:metaheuristiken}). Die Rechnung lag durch das Landschafts-Diagramm schon vor; ergänzt wurde nur die Temperaturaufzeichnung. Im Hover steht nicht bloß der Zielwert, sondern die Temperatur an dieser Stelle und — daraus gerechnet — mit welcher Wahrscheinlichkeit dort ein Zug typischer Größe (Median 70 Minuten, im Kapitel gemessen) noch angenommen würde. Damit wird an der Kurve ablesbar, warum T_0 = 8 so lange braucht, um zurückzufinden.
  • Effizienzlinie mit und ohne Hausregeln ({ref:kap:markowitz}), neues Skript erzeuge_effizienzlinie.py (statisch und interaktiv). Im Hover stehen die Gewichte des jeweiligen Portfolios plus die Sektorsummen — man sieht die Zusammensetzung entlang der Linie wandern und erkennt, wo ein Titel an seine 20-%-Grenze stößt.

Der Befund der neuen Figur. Der senkrechte Abstand zwischen freier und beschränkter Linie beträgt höchstens 0,58 Prozentpunkte — das ist, was die meisten erwarten. Der eigentliche Einschnitt steht am oberen Ende: Ohne Grenzen erreicht das Portfolio 10,55 %, mit 20-%-Grenze und Sektorlimits ist bei 9,06 % Schluss. Diese 1,50 Punkte sind nicht teuer erkauft, sondern überhaupt nicht mehr erreichbar — auch nicht gegen mehr Risiko. Das Kapitel hatte diese Frage bisher nur als Übungsaufgabe gestellt.

Warum hier eine feste Instanz. Markowitz_CVXPY.py lädt Livedaten; ein Diagramm daraus sähe an jedem Tag anders aus. Die Figur rechnet deshalb ein festes Universum aus einem Faktormodell — dieselbe Struktur und dieselben Regeln wie im Kapitel, aber reproduzierbar. Das steht so auch im Buch, damit niemand die Zahlen für einen Livebefund hält. Das vorhandene kap12_efficient_frontier.svg bleibt unangetastet: Es ist eine schematische Lehrbuchskizze, keine Rechnung, und kann deshalb nicht driften.

Eine harte Nummer über zwei Zeilen — und die Prüfung dagegen

Beim Einbau fiel auf, dass der Docstring von Diversifikation_Demo.py noch (Handrechnung\n12.1) trug — die Zahl stand hinter einem Zeilenumbruch, und die zeilenweise grep-Gegenprobe der vorigen Runde lief daran vorbei.

pruefe_dateien() prüft das jetzt selbst, mit \s+ statt eines Leerzeichens, und meldet Datei, Zeile und Fund. Damit ist die Gegenprobe nicht mehr etwas, woran man denken muss, sondern Teil von --check. Gegengetestet: Eine künstlich eingefügte zweizeilige Aufgabe\n4.3 wird gefunden.

Die fünfte harte Nummer: eine Tabellenzelle — gefunden in Phase 6

Beim Lesen von 31_Unsicherheit.md für den Chance-Constraints-Abschnitt stand in der Übersichtstabelle „Die drei Ansätze im Überblick“ die Zeile

| Kapitel | 9.2 | 9.3 | 9.4 |

Die Abschnitte heißen in Version 04 aber 12.4 bis 12.6 — es waren stehengebliebene Version-03-Nummern, im PDF abgedruckt. Damit ist die Regel „keine abgeleiteten Zahlen im Quelltext“ zum fünften Mal verletzt gefunden worden.

Warum --check daran vorbeilief: Der Ausdruck von damals verlangt das Wort unmittelbar vor der Zahl ((Kapitel|Abschnitt|…)\s+\d+). Hier steht „Kapitel“ als Zeilenkopf und ist durch | von der Zahl getrennt — \s+ matcht keinen senkrechten Strich. Die Verschärfung der vorigen Runde (Zwischenraum statt Leerzeichen) war also richtig und trotzdem nicht genug.

pruefe_dateien() hat jetzt eine zweite Prüfung: eine Tabellenzelle, die nur aus einer Nummer der Form N.N besteht. Sie überspringt Codezäune — abgedruckte Programmausgaben setzen ihre Spalten ebenfalls mit | und enthalten legitime Zahlen (40_Finanzdaten.md Zeilen 381385 wären sonst fünf Fehlalarme). Gegengetestet: Die wieder eingebaute Zeile wird mit allen drei Zellen einzeln gemeldet, nach dem Rückbau ist der Lauf sauber.

Die Zeile heißt jetzt „Nachzulesen in“ und trägt drei {ref:sec:…} — Querverweise 703 → 706.

Die Lehre: Die vier früheren Fälle steckten alle im Fließtext oder in Docstrings. Dieser saß in einer Tabelle, also in genau der Struktur, die man beim Korrekturlesen überfliegt. Beide Prüfungen zusammen decken Fließtext, Docstrings und Tabellen ab.

VaR/CVaR-Diagramm — und ein Widerspruch, den es aufgedeckt hat

Beim Nachbau des ersten Finanzdiagramms stellte sich heraus, dass Bild und Text verschiedene Zahlen nannten: Der Kapiteltext sagte „höchstens 2,3 %" (VaR) und „im Mittel 3,8 %" (CVaR), die Abbildung zeigte rund 3,1 % und 4,2 %. Beide stammten aus unbekannten, nicht reproduzierbaren Läufen — genau der Schaden, gegen den die Generatorskripte geschrieben werden.

erzeuge_var_cvar.py rechnet jetzt beides aus einer Instanz: 20 000 Tage aus dem Fat-Tail-Modell des Kapitels ($t$-Verteilung mit drei Freiheitsgraden, wie in VaR_CVaR_Demo.py), und die Kennzahlen über dieselben Funktionen wie dort — den CVaR also über Rockafellar-Uryasev, nicht über den naheliegenden, aber falschen Mittelwert aller Werte jenseits des VaR. Ergebnis: VaR 1,86 %, CVaR 2,99 %. Der Kapiteltext nennt diese Zahlen jetzt und verweist auf das Skript.

Eine Darstellungsentscheidung, die dokumentiert gehört: t(3) hat keine endliche Wölbung. Ungeschnitten quetscht ein einzelner Tag bei +70\,\% die ganze Verteilung zu einem Strich. Die x-Achse ist deshalb auf \pm 8\,\% beschnitten — und im Bild steht, wie viele Tage draußen liegen (32) und wie schlecht der schlechteste war (-23{,}0\,\%). Das Beschneiden verschweigt die Ausreißer nicht, sondern macht sie zum Argument: Genau diese Tage zählt der VaR nicht mit.

Das alte kap13_var_cvar.svg ist damit unreferenziert. Es wurde nicht gelöscht — das wäre eine Entscheidung des Autors, nicht meine.

Die Priorisierung der Altbestände war falsch begründet — korrigiert

Die Reihenfolge im vorigen Eintrag ging davon aus, die vier „Finanzdiagramme" enthielten Messwerte. Beim Ansehen stellte sich heraus: Nur eines von ihnen rechnet. kap11_ledoit_wolf_shrinkage ist ein Kastendiagramm, kap13_cvar_zielfunktion eine beschriftete Formel, kap12_efficient_frontier eine idealisierte Lehrbuchskizze mit runden Zahlen. Alle drei können nicht driften.

Das brauchbare Kriterium ist nicht das Kapitel, sondern: Zeigt das Bild Zahlen, die aus einem Modell stammen? Danach neu sortiert:

Gruppe Bilder Warum
rechnet, Generator lohnt kap02_feasible_region, kap02_konvexitaet, kap04_simplex_ecken, kap05_lp_vs_integer, kap05_branch_and_bound, kap07_min_cost_flow, kap07_vrp_touren, kap08_kkt_geometrie Ecken, Schranken, Flüsse und Touren stammen aus einem konkreten Modell. Weicht das Kapitel ab, lügt das Bild — kap04_simplex_ecken behauptet etwa C = (4,8; 4,8) als Optimum.
halb kap06_cp_sat_propagation, kap10_zustandskette Ablaufbilder mit einzelnen Zahlen; Nutzen mittel.
schematisch, kein Generator nötig kap01_analytik_reifegrad, kap01_vier_bausteine, kap03_solver_architektur, kap09_unsicherheit_ansaetze, kap11_ledoit_wolf_shrinkage, kap12_efficient_frontier, kap13_cvar_zielfunktion, kap14_engine_overview, kap15_or_plattform, kap15_praxisfallen Kästen, Pfeile, beschriftete Formeln. Es gibt nichts, was mit einem Programm auseinanderlaufen könnte.

Die beiden Polyeder-Bilder — und wofür die Generatoren eigentlich da sind

Der bisher deutlichste Fall. kap02_feasible_region (Fundament) und kap04_simplex_ecken (LP) zeigten beide dasselbe fremde LP:

2x_1+3x_2 \le 24,\qquad 3x_1+2x_2 \le 24,\qquad \text{Optimum } (4{,}8;\ 4{,}8)

Dieses Modell kommt im ganzen Buch nicht vor. Beide Kapitel rechnen an dieser Stelle das Bot-Allokationsproblem aus {ref:kap:einfuehrung}:

\max\ 150x_1+250x_2 \quad\text{u.d.N.}\quad 2x_1+5x_2 \le 40,\ 4x_1+6x_2 \le 60,\ x_1 \le 8

mit fünf Ecken und dem Optimum (7{,}5;\ 5), Z = 2\,375 €. Das Simplex-Bild stand unmittelbar über der Handrechnung, die genau diese Zahlen herleitet — und behauptete daneben ein anderes Optimum. Dass beide Modelle zufällig eine Ecke bei x_1 = 8 und eine bei x_2 = 8 haben, machte den Widerspruch unauffällig.

erzeuge_polyeder.py erzeugt jetzt beide Bilder aus dem richtigen Modell. Die Ecken sind nicht eingetragen, sondern nach demselben Verfahren berechnet wie in Visualisierung_Loesungsraum.py (zulässige Schnittpunkte je zweier Begrenzungsgeraden) — die Koordinaten im Bild stammen damit aus derselben Rechnung wie die abgedruckte Tabelle. Der Simplex-Weg ist der Weg der Handrechnung, (0;0) \to (0;8) \to (7{,}5;5), und das Skript prüft vor dem Zeichnen, dass jeder Wegpunkt tatsächlich eine Ecke des Polyeders ist.

Das ist der Beleg dafür, dass die Generatoren nicht Kosmetik sind. Drei der fünf bisher nachgebauten Bilder haben beim Nachrechnen einen Fehler oder Widerspruch zutage gefördert: die VaR/CVaR-Zahlen, und jetzt zweimal ein komplett fremdes LP. Keiner dieser Fälle wäre durch Hinsehen aufgefallen — alle drei sahen plausibel aus.

Das alte kap02_feasible_region.svg und kap04_simplex_ecken.svg sind damit unreferenziert; gelöscht wurde wie zuvor nichts.

Die beiden MILP-Bilder — dritter und vierter Fall, plus ein Zählfehler

Wie erwartet zeigten auch kap05_lp_vs_integer und kap05_branch_and_bound fremde Modelle.

kap05_lp_vs_integer behauptete ein LP-Optimum (1{,}8;\ 3{,}4) mit Z = 42{,}6 und ein ganzzahliges Optimum (3;1) mit Z = 39ohne die Zielfunktion zu nennen, sodass sich nichts davon nachprüfen ließ. Rechnet man die Koeffizienten aus beiden Punkten zurück (\approx 10{,}7 und \approx 6{,}9), wäre die eingezeichnete Ecke (4;0) mit Z \approx 42{,}9 besser gewesen als das angebliche ganzzahlige Optimum. Das Bild war also vermutlich auch in sich unstimmig.

erzeuge_runden.py zeichnet stattdessen zwei Dinge aus dem Kapitel selbst: links die Handrechnung (\max x_1+x_2 u.d.N. 2x_1+2x_2 \le 3), bei der die Zielfunktion parallel zur Restriktion läuft — deshalb ist die ganze Kante optimal, Aufrunden auf (1;1) liegt außerhalb, Abrunden auf (0;0) liefert null. Rechts die Messung aus Runden_Gegenbeispiel.py, mit derselben Saat nachgerechnet; alle zwölf Werte reproduzieren die abgedruckte Tabelle (82,0 / 17,9 / 3,1 % usw.).

kap05_branch_and_bound zeigte einen Baum mit Wurzel x_1 = 2{,}7, Schranke 150{,}4 und Incumbent 138 — zu einem Modell, das nirgends im Buch steht.

erzeuge_branch_and_bound.py rechnet den Baum der Handrechnung, statt ihn abzuschreiben: eine kleine Branch-and-Bound-Schleife mit scipy.linprog, die nach denselben drei Regeln kappt, die der Kapiteltext nennt. Ergebnis: P_0\,(3;1{,}5), A (3{,}33;1), A1 (3;1), A2 (4;0), B gekappt — Optimum (4;0), Z^* = 20. Das Skript bricht ab, wenn das Ergebnis nicht mit der Handrechnung übereinstimmt.

Eine Feinheit, die zur Aussage gehört: Die Suche musste auf Tiefensuche umgestellt werden. Mit Breitensuche wird Ast B bearbeitet, bevor die Blätter von Ast A fertig sind — B wird dann zum Incumbent, und das Bild zeigte das Gegenteil dessen, was der Text beschreibt. Der Kommentar im Skript hält das fest.

Und ein Zählfehler im Buchtext: Die Handrechnung schloss mit „Wir haben vier LPs gelöst". Es sind fünfP_0, A, A1, A2 und B. Aufgefallen ist das nur, weil das Skript mitzählt. Korrigiert, mit Verweis auf das Skript.

Damit haben fünf von sieben nachgebauten Bildern einen Fehler zutage gefördert.

Die Gruppe „rechnet" ist abgeschlossen

Drei weitere Generatoren — und diesmal war nicht jedes Bild falsch.

kap07_min_cost_flow war korrekt. Die Instanz stimmte mit Min_Cost_Flow.py überein. Sie zeigte aber nur die Instanz: Kosten und Kapazitäten an den Kanten, den Fluss nicht. erzeuge_min_cost_flow.py löst das Netz und zeichnet die Lösung ein — Strichstärke nach Fluss, ausgelastete Kanten hervorgehoben, ungenutzte gestrichelt, Knotenpreise an den Knoten. Sichtbar wird dadurch die eigentliche Aussage: Die billige Route über den Umschlag läuft voll, und trotzdem muss die teure Direktkante Werk B → Kunde 2 bedient werden.

kap07_vrp_touren war ein Schema — zwei Touren, vier Kunden, Zeitfenster in Uhrzeiten. Die Instanz des Kapitels hat 16 Kunden und vier Fahrzeuge. erzeuge_vrp_touren.py zeichnet die tatsächliche Lösung als Karte (619 km, identisch zum abgedruckten Programmlauf). Reproduzierbarkeit: Das Buchprogramm gibt der Suche ein Zeitbudget von fünf Sekunden — auf einer anderen Maschine ein anderes Rechenbudget. Der Generator setzt zusätzlich eine feste Lösungszahl als Abbruchkriterium; zwei Läufe liefern dieselben vier Touren.

Der Fund dabei ist didaktisch: Die Touren kreuzen sich. Bei einem reinen Tourenproblem wäre das ein sicheres Zeichen für eine verbesserbare Lösung — hier erzwingen die Zeitfenster die Reihenfolge. Das steht jetzt in der Bildunterschrift.

kap08_kkt_geometrie hatte ein Vorzeichenproblem. Der Zielpfeil war mit -\nabla f beschriftet und zeigte entgegen \lambda^*\nabla g — das ist die Konstellation einer Maximierung. Das Kapitel formuliert KKT für die Minimierung, dort gilt \nabla f + \lambda^*\nabla g = 0, also zeigen \nabla f (ohne Minus) und \lambda^*\nabla g gegeneinander. Eine Beschriftung, ein Vorzeichen — und die Aussage kippt. erzeuge_kkt.py zeichnet beides neu und prüft vorher alle vier KKT-Bedingungen numerisch; das linke Panel zeigt zusätzlich die 1-D-Handrechnung des Kapitels (x^*=3, \lambda^*=4).

Eine Korrektur an der eigenen Einteilung: kap02_konvexitaet stand in der Gruppe „rechnet". Beim Ansehen zeigt es eine generische Parabel und eine generische Welle — keine Zahlen aus einem Modell. Nach dem selbst aufgestellten Kriterium gehört es zu den schematischen Bildern; ein Generator brächte Reproduzierbarkeit, aber keinen Korrektheitsgewinn. Kein Generator geplant.

Bilanz der Aktion: zehn nachgebaute Bilder, sieben davon mit einem Fehler oder einer fehlenden Aussage — dreimal ein völlig fremdes Modell, einmal widersprüchliche Zahlen, einmal ein gekipptes Vorzeichen, einmal eine verschwiegene Lösung, dazu ein Zählfehler im Fließtext. Kein einziger dieser Fälle wäre durch Hinsehen aufgefallen.

Aufgeräumt: die verwaisten Bilder

Acht Bilder wurden durch Generatorfassungen ersetzt und danach von nichts mehr referenziert. Gelöscht sind nur die V04-Kopien — je SVG und PNG in bilder_04/ und in der Spiegelung OR_HTML_04/bilder_04/, zusammen 32 Dateien.

Die Vorsichtsmaßnahme, auf die es ankam: Alle acht werden von Version 03 weiterhin gebraucht. Deren Dateien liegen in bilder/ und OR_HTML/bilder/ — eigenen Verzeichnissen, die unangetastet bleiben. Vor dem Löschen wurde geprüft, dass V03 für jedes der acht Bilder seine eigene Kopie an beiden Orten hat; hätte man stattdessen „die Datei" gelöscht, wäre der eingefrorene V03-Strang beschädigt worden. Nach dem Löschen bauen beide Stränge unverändert durch.

spiegle_bilder() kopiert übrigens nur und räumt nicht auf — die Spiegelung unter OR_HTML_04/ verschwindet nicht von selbst und musste mitgelöscht werden. Das ist beim nächsten Mal wieder so.

Stand der Diagrammquellen: 32 SVGs, davon 18 aus 15 Generatorskripten. Die restlichen 14 sind schematisch — Kästen, Pfeile, beschriftete Formeln, generische Funktionsverläufe. Für sie ist kein Generator geplant; das ist eine Entscheidung, keine Lücke.

Zwei Bilder aus der früheren Gruppe „halb" sind dabei geprüft und abgehakt worden: kap06_cp_sat_propagation rechnet zwar ein konkretes Beispiel vor, ist aber korrekt und deckungsgleich mit der Handrechnung des Kapitels (nachgerechnet: x_1=1 \Rightarrow x_2=6 fällt heraus, x_2=2 \Rightarrow x_1=5 ebenso). kap10_zustandskette ist rein symbolisch (S_0, S_1, S_T) und kann nicht driften.

Schlussabnahme — und ein Fund, den nur sie aufdecken konnte

Die Liste aus PLAN.md Abschnitt 10, vollständig abgearbeitet:

Prüfung Ergebnis
build_version_04.py --check 5 Teile, 23 Kapitel, 5 Anhänge, 292 Abschnitte, 703 Querverweise, 325 Indexmarken, 31 Dateien — keine Warnung
gesamte Programmsuite 73 Programme, 0 Fehler
pytest test_or_kern.py 33 Tests grün
--pdf --html PDF 715 Seiten, Website vollständig
V03-Gegenprobe 22 Dateien, 11 082 Zeilen — unverändert

Der Fund: alle vier Plotly-Figuren waren kaputt. Sie erschienen auf den Kapitelseiten nicht als Diagramm, sondern als Wand aus escaptem Markup in einem Codeblock — auch die beiden, die seit Phase 0 bzw. Phase 3 im Buch standen.

Die Ursache steckt in einem Detail von Pandoc: Plotlys Fragment ist eine einzige lange Zeile, die mit <div> beginnt und danach ein paar Dutzend Leerzeichen enthält. Pandoc schließt den Roh-HTML-Block am ersten Blocktag und liest den eingerückten Rest als indented code block. resolve_plotly() gibt das Fragment jetzt als Rohblock (```{=html}) aus, den Pandoc unverändert durchreicht — unabhängig von Einrückung und Zeilenlänge. Nachgeprüft: vier eingebettete Figuren, kein <pre> mehr.

Das ist genau der Fall, für den die Schlussabnahme da ist: Der Build meldete nie einen Fehler, --check war grün, und im PDF war alles in Ordnung, weil dort ohnehin die statische Fassung steht.

Zwei kleinere Korrekturen nebenbei. Der Platzhaltertext im PDF lautete „steht auf der Website des Buches bereit" — er erscheint aber auch in gesamtdokument.html, und wer das liest, ist bereits auf der Website. Jetzt: „auf den Kapitelseiten der Website".

Und ein eigener Fehlgriff: Für die V03-Gegenprobe hatte ich --html statt --check laufen lassen. Das regenerierte V03-Artefakte (Datumsstempel, Tabellenausrichtung) — an einem Strang, der eingefroren ist. Zurückgenommen; der Arbeitsbaum enthält keine V03-Änderung. Dabei ist allerdings aufgefallen: V03s generiertes Gesamtdokument ist gegenüber seinen Quelldateien leicht veraltet (Tabellenausrichtung, Stand-Datum). Das stammt aus einer Quelländerung vor dieser Sitzung, nicht aus dem Umbau — wer V03 einmal neu baut, zieht es nach.

Sichtprüfung der Website (strukturell nachgezählt statt behauptet): Landing-Page mit 35 Seitenverweisen, Sidebar mit Navigation und Suchfeld auf den Kapitelseiten, Suchindex mit 592 Einträgen, Stichwortverzeichnis mit 24 Buchstabengruppen und 323 Verweisen, didaktische Karten (card-blick, card-schnellstart, card-denkfehler, card-quiz) auf den Kapitelseiten, 73 Programme und 25 Notebooks zum Herunterladen, KaTeX lokal eingebunden, kein einziger toter Bildverweis, und seitenübergreifende Querverweise lösen als andere-seite.html#anker auf.

Trennung von Version 03 und Version 04

Beide Ausbaustufen lagen bis dahin nebeneinander im selben Wurzelverzeichnis. Jetzt liegt jede in einem eigenen Baum: Version_04/ ist die Wurzel dieses Strangs und taugt unmittelbar als Wurzel eines eigenen Repositorys; Version_03/ steht daneben, eingefroren.

Der Umbau kostete keine einzige Pfadänderung an den Skripten. Alle leiten ihre Pfade aus der eigenen Position ab — BASIS = dirname(HIER) in den Build-Skripten, BASIS = dirname(dirname(__file__)) in den 15 Bildgeneratoren — und jeder subprocess.run läuft mit cwd=BASIS. Mit dem Verschieben wurde BASIS automatisch zu Version_04. Der --check lieferte am neuen Ort auf Anhieb dieselben Zahlen wie vorher.

Verschoben wurde mit git mv, die Historie bleibt darum vollständig. Die Trennung in zwei Repositories ist noch nicht vollzogen; sie erfolgt später mit git subtree split -P Version_04 -b v04-only, was die Historie mitnimmt.

Was dabei zu tun war, ging fast alles über Pfadangaben in Prosa hinaus:

  1. Der PDF-Bau hing an zwei Dateien außerhalb des Repositorys. ~/.config/pandoc/defaults.yaml (Schriften, Geometrie) lädt darin per absolutem Pfad ~/.pandoc/templates/header-includes.tex. Ein frischer Klon hätte kein PDF bauen können — die Meldung wäre nur „pandoc-Defaults nicht gefunden" gewesen. Beide liegen jetzt als pandoc-defaults-basis.yaml und pandoc/header-includes.tex im Repository, mit relativiertem Pfad; build_version_04.py bevorzugt die Kopie und fällt auf die Benutzerdatei zurück. Nachgewiesen, nicht behauptet: Mit temporär entfernten Benutzerdateien baut das PDF unverändert 715 Seiten.
  2. pandoc-defaults-buch.yaml brauchen beide Versionen unter ihrem jeweiligen BASIS — sie wurde kopiert, nicht verschoben.
  3. .gitignore dreigeteilt. Die versionsspezifischen Regeln stehen jetzt in Version_03/ und Version_04/, relativ zum jeweiligen Verzeichnis. Damit gilt Version_04/.gitignore unverändert weiter, sobald der Baum herausgelöst ist. In der Wurzel bleibt nur, was überall gilt.
  4. Ein Altfehler im Buchtext, bei der Gelegenheit gefunden: 00_Vorwort_und_Lesehilfe.md schickte Leser zu Operations_Research_mit_Python_Programme/requirements.txt — ein Verzeichnis, das es nie gegeben hat. Korrigiert auf …_Version_04_Programme/.
  5. Die Wiederaufnahme-Checkliste oben hätte sonst mit einem falschen Verzeichnis begonnen und in Schritt 4 auf ein Version-03-Skript gezeigt, das von hier aus nicht mehr auflöst.

Neu ausgestattet, damit Version_04/ als Repo-Wurzel taugt: README.md (Bau- und Laufanleitung, Werkzeugliste, die beim Veröffentlichen zu setzenden Werte), CLAUDE.md (V04-Konventionen ohne V03-Bezüge) und der Kommentar an COLAB_BASIS_URL, der ihn als den einen beim Veröffentlichen zu ändernden Wert ausweist — der Pfadteil Notebooks_04/… stimmt bereits, weil er relativ zur Repository-Wurzel aufgelöst wird.

Verifiziert am neuen Ort: --check ohne Warnung (703 Querverweise, 325 Indexmarken), 73 Programme mit 0 Fehlern, 33 pytest-Tests grün, PDF 715 Seiten, ein Bildgenerator, OR_HTML_04/ selbstgenügsam (kein Verweisziel außerhalb), Version 03 unverändert baubar.

Titel, Untertitel und Titelblatt geändert

Das Buch heißt jetzt „Optimierte Entscheidungsfindung mit Python", Untertitel „Von der mathematischen Modellierung zu praktischen intelligenten Lösungen für Betrieb, Technik und Finanzmärkte". Bis Version 03 lautete der Titel „Operations Research mit Python".

Auf dem Titelblatt stehen vier Textblöcke: Titel, Untertitel und in der Solver-Karte die beiden Absätze aus Kritik_und_Verbesserungsvorschlaege/NEUER_TITEL.md — die Kompendium-Beschreibung und die Anwendungsfelder. Maßgeblich sind die Zeichenketten in erzeuge_titelseite.py; NEUER_TITEL.md ist die Vorlage, aus der sie stammen.

Das Titelblatt musste dafür neu gesetzt werden, nicht nur umbenannt. Die Textzeilen standen mit von Hand vermessenen Koordinaten in erzeuge_titelseite.py, übernommen aus der ursprünglichen, gezeichneten SVG — das trägt genau so lange, wie sich der Text nicht ändert. Jetzt misst das Skript: _textbreite() fragt den echten Renderer, _umbrechen() bricht auf den Satzspiegel um, _setze_block() stapelt mit definiertem Durchschuss. Der Titel wurde seither dreimal geändert; ab dem zweiten Mal kostete das nur noch das Austauschen von Zeichenketten.

Gemessene Werte: Titel 34 pt in drei Zeilen, Untertitel 14 pt in zwei Zeilen, Kartentext 11,5 pt in 3 + 1 + 5 Zeilen (Spanne 117 pt bei 141 pt Kartenhöhe).

Zwei dieser Größen sind gegenüber der ersten Fassung gefallen, und zwar aus messbaren Gründen: Der Untertitel bräuchte bei 15 pt drei Zeilen, deren letzte nur noch das Wort „Finanzmärkte" trüge — ein Hurenkind mitten auf dem Titelblatt; bei 14 pt sind es zwei ausgeglichene Zeilen. Und der Kartentext ist auf neun Zeilen gewachsen: Bei 12 pt blieben nur 9 pt Luft über und unter dem Block, und der Text geriete in die abgerundeten Kartenecken (Radius 11,9 pt); 11,5 pt lassen 12 pt.

Warum der Titel dreizeilig ist: „Entscheidungsfindung" ist bei 34 pt bereits 429 pt breit und damit fast so breit wie der ganze Satzspiegel (453 pt). Jede zweizeilige Aufteilung bräuchte mindestens 649 pt — das passt bei keiner lesbaren Schriftgröße. Der Umbruch wird über ein \n im TITEL erzwungen, damit „mit Python" zusammenbleibt.

Der Platz für den zweiten Kartenabsatz kam aus dem kürzeren Untertitel. Er braucht nur noch zwei statt vier Zeilen; Trennlinie und Kartenoberkante sind deshalb von y = 336,7 / 368,7 auf 308 / 340 gerückt, und die Karte wuchs von 113 auf 141 pt. Beide Werte stehen als gemeinsame Konstanten am Dateikopf, aus denen _design() und _texte() lesen — Kasten und Text können nicht auseinanderlaufen.

Zwei Sicherungen sind eingebaut und gegengetestet: Passt eine Titelzeile nicht in den Satzspiegel oder läuft der Kartentext über den Kartenrand, bricht das Skript mit einer Meldung ab, statt ein Titelblatt zu erzeugen, auf dem Text übereinanderliegt.

Der Titel steht an genau zwei Stellen statt verstreut: SITE_TITEL im Versionsblock von build_version_04.py — von dort lesen <title>, Kopfleiste, Landing-Page, Notebook-Kopf und der pagetitle des Gesamtdokuments — und TITEL in erzeuge_titelseite.py, weil er dort umbrochen und vermessen werden muss.

Nicht geändert: die Verzeichnis- und Dateinamen (Operations_Research_mit_Python_…) und die historischen Dokumente unter Kritik_und_Verbesserungsvorschlaege/.

Die Anwendungsfelder auf dem Titelblatt sind gegen den Inhalt geprüft. Zu jedem Begriff gibt es ein gerechnetes Beispiel:

Anspruch belegt durch
Personaleinsatz-, Schicht- und Vertretungspläne CP_SAT_Vertretungssystem.py, Schichtplan-Beispiel in {ref:kap:cpsat} (6 Personen, 14 Tage), Projekte P1/P2
Fahrtrouten VRP_Flotten_Routing.py (CVRPTW, 16 Kunden, 619 km), VRP_Kapazitaetsfalle.py
Logistik Min-Cost-Flow-Transportnetz, VRP, {ref:kap:supplychain}
Maschinenauslastung JobShop_Intervalle.py, Rüstzeitmuster B26
Netzwerkauslastung Min_Cost_Flow.py mit Kantenkapazitäten
Energieverteilung Kraftwerkseinsatz.py (Unit Commitment mit Windunsicherheit)
Ressourcenplanung Bot_Allokation.py, Rucksack.py
Portfoliooptimierung, Finanzmärkte {ref:kap:markowitz}, {ref:kap:cvar}, {ref:kap:handelsmaschine}

Ein Begriff wurde dabei ausgetauscht. Die erste Fassung warb mit „Stundenplänen" — das Wort kommt im ganzen Buch nur zweimal vor, als Stichwort in einer CP-SAT-Tabelle und als Datenquelle im Projektauftrag P1. Ein Stundenplan im engeren Sinne (Klassen, Fächer, Räume, Lehrerverfügbarkeit gegeneinander optimieren) wird nicht gerechnet; gerechnet werden Vertretungsplan und Schichtplan. Die Formulierung lautet jetzt „Personaleinsatz-, Schicht- und Vertretungsplänen" und deckt sich damit mit dem, was das Buch einlöst.

Verifiziert: --check ohne Warnung, PDF 715 Seiten, Titelblatt in PDF und Website sichtgeprüft, kein Rest eines früheren Titels in Quellen oder generierten Seiten, 33 pytest-Tests grün, Version 03 unberührt.


7. Was als Nächstes ansteht

Der konkret nächste Handgriff

Alle sechs Phasen sind abgeschlossen. Seit dem 08.09.2026 ist Version_04/ ein eigenes Git-Repository, und Phase 6 (Umsetzung von Verbesserungen_02/_03) hat begonnen. 23 Kapitel, 5 Anhänge, 74 lauffähige Programme, Website mit vier interaktiven Figuren.

Zum eigenen Repository — eine Korrektur der früheren Angabe hier: git subtree split -P Version_04 hätte die Historie nicht mitgenommen. Der Pfad Version_04/ existiert erst seit der Verzeichnistrennung; der Split hätte 7 statt 41 einschlägiger Commits gebracht — eine Teilhistorie, die vollständig aussieht und es nicht ist. Volle Historie ginge nur über git-filter-repo (nicht installiert). Deshalb: frischer git init -b main, das übergeordnete Repository bleibt das Archiv der 71 Commits und trägt Version_04/ in seiner .gitignore.

Offen ist weiterhin, was von außen kommt:

  • Veröffentlichen. Version_04/OR_HTML_04/ ist selbstgenügsam und direkt auf einen Webserver kopierbar.
  • Remote-Repository anlegen. Danach COLAB_BASIS_URL in build_version_04.py auf Kontoname und Repository-Name setzen — die 25 Colab-Badges hängen daran, und ein falscher Wert fällt erst beim Klicken auf.

Was einer späteren Sitzung als Erstes auffallen wird und kein Fehler ist:

  • 14 der 32 Diagramme haben keinen Generator. Dokumentierte Entscheidung — Kästen, Pfeile, beschriftete Formeln, generische Funktionsverläufe. Kriterium in Abschnitt 6c.
  • Version 03 ist eingefroren und liegt in ../Version_03/. Ihre READMEs nennen als Arbeitsverzeichnis noch OR_mit_Python, und ihr generiertes Gesamtdokument liegt minimal hinter den Quellen zurück. Beides bleibt bewusst stehen.

Kleinere offene Punkte aus abgeschlossenen Phasen

  • Formel-Übersetzer in {ref:kap:markowitz} und {ref:kap:cvar} — erledigt, siehe Abschnitt 6c. Damit hat jedes formelreiche Kapitel seinen 🔤-Übersetzer; die Kapitel Finanzdaten, Handelsmaschine und Praxisfallen sind formelarm, dort besteht kein Bedarf.
  • CLAUDE.md um den V04-Strang ergänzt — aus Phase 5 vorgezogen, weil CLAUDE.md die einzige Datei ist, die eine neue Sitzung automatisch liest. Ohne diesen Abschnitt hätte eine frische Sitzung am eingefrorenen V03 weitergearbeitet und PLAN.md/PROGRESS.md nie gesehen. Damit war die Wiederaufnahme der eigentliche Schwachpunkt — nicht die Frage, in welchem Verzeichnis die Planungsdateien liegen.

6d. Phase 6 — Umsetzung von Verbesserungen_02 / _03 🔄

Grundlage: Kritik_und_Verbesserungsvorschlaege/Verbesserungen_02.md und _03.md, zwölf Arbeitspakete. Nach Ertrag geordnet umgesetzt; Streamlit-Apps sind auf Wunsch des Autors zurückgestellt, ebenso Folium-Karten (die VRP-Instanz ist ein synthetisches Raster ohne Geokoordinaten) und Zielgruppen-Callouts in allen Kapiteln.

Repository und pyproject.toml

git init -b main in Version_04, Version_04 im übergeordneten Repository ausgetragen. Neu: pyproject.toml mit den Gruppen finance, large-scale, api, figures, dev, empfehlungen — die abgedruckte requirements.txt bleibt unverändert daneben bestehen.

ortools steht in der Grundausstattung, highspy erst in [large-scale]. Damit kann der HiGHS-Symbolkonflikt bei der schlanken Installation gar nicht erst auftreten; cvxpy zieht highspy nicht nach.

Zwei Funde beim Abgleich der Importe gegen requirements.txt:

  • graphviz fehltebilder_04/erzeuge_architektur_diagramme.py importiert es, die Leserliste kennt es nicht. Es gehört nicht in die abgedruckte Datei (kein Beispielprogramm braucht es), steht jetzt aber in [figures].
  • pymoo steht in requirements.txt, wird aber von keinem der 74 Programme importiert — es ist nur eine Empfehlung im Kapitel Metaheuristiken. Jetzt in [empfehlungen].

Später korrigiert: cvxpy lag zuerst in [finance] — falsch, es wird von 13 Programmen gebraucht, darunter dreien im Kapitel Unsicherheit, lange vor dem Finanzteil. Jetzt in der Grundausstattung.

6.1 Chance Constraints ({ref:kap:unsicherheit})

Neuer Abschnitt {ref:sec:unsicherheit-chance-constraints} plus Chance_Constraints.py (74. Programm). Das Kapitel hatte Monte-Carlo, Zweistufigkeit und Worst-Case-Robustheit; die Wahrscheinlichkeitszusage war die fehlende vierte Antwort — und die, nach der das Management tatsächlich fragt. Beide Wege an derselben Instanz: analytisch als Second-Order-Cone-Bedingung (CLARABEL) und szenariobasiert als Big-M-MILP (SciPy/HiGHS), beide in einem Prozess ohne ortools- oder highspy-Import.

Der Fall ist ein Kraftwerkspark mit 500 MW Zusage. Drei Befunde, alle gemessen:

  1. Der Mittelwertplan hält 50,08 %. Kein Fehler, sondern die Definition des Erwartungswerts — dieselbe Falle wie im Kapitelanfang, nur teurer.
  2. Sicherheit ist konvex bepreist. 56 289 € je Prozentpunkt auf dem Weg zu 80 %, 253 848 € zwischen 95 % und 99 % — das 4,5-fache. Das Programm rechnet die Tabelle selbst aus, statt sie zu behaupten.
  3. Die Zusage gilt nur für die unterstellte Verteilung. Der 95-%-Plan hält gemessen 87,44 %, sobald die Testverteilung eine Kältewelle mit Dunkelflaute enthält, in der alles zugleich einbricht — auch das Gaskraftwerk. In einer reinen Normalwelt liefert derselbe Plan 94,97 %. Nicht das Verfahren ist falsch, sondern die Annahme.

Zwei eigene Fehlgriffe unterwegs, beide durch Messen aufgefallen:

  • Die erste Kostentarierung ergab eine entartete Lösung (alles ins Gaskraftwerk), womit die Kovarianzmatrix wirkungslos war — und gerade sie ist der Grund für die Kegelform. Erst Kosten, die je erwarteter MW vergleichbar sind, machen den Konflikt echt.
  • Der erste Kälteeinbruch traf nur Wind und Sonne. Der SOC-Plan hatte die aber ohnehin fast herausgehalten und war zufällig robust (94,40 %) — das Argument trug nicht. Physikalisch richtig ist, dass bei Frost auch der Gasdruck fällt; damit trifft der Einbruch alles zugleich, und genau das kann eine Kovarianzmatrix mit Korrelationen um null nicht ausdrücken.

Ehrlich berichtet statt geglättet: Die Szenariomethode überanpasst. Über zwölf Läufe (je vier Ziehungen bei S = 200, 400, 800, geprüft an 200 000 unabhängigen Szenarien) lag die tatsächliche Quote zwischen 93,14 % und 96,71 %, und die Spanne wurde von S = 400 auf S = 800 wieder breiter. Beide Solver (SciPy und HiGHS) bestätigten optimal bei identischen Kosten — es ist echte Überanpassung, kein Solverartefakt. Steht als ⚠️-Kasten im Abschnitt.

Aus der Ausgabe entfernt: die Laufzeitmessung. Eine Wanduhrzeit ist nie byteidentisch reproduzierbar (2,2 s / 2,3 s zwischen zwei Läufen) und hätte Regel 4 dauerhaft gebrochen. Die Beobachtung steht jetzt im Fließtext, wo eine Spanne ehrlich ist. Danach: drei Läufe zeichengleich, und die abgedruckte Ausgabe stimmt mit dem Lauf des extrahierten Programms überein.

Eine Aufgabenprämisse musste ich verwerfen: „Ab welcher Zusage wird das Modell unlösbar?“ — das analytische Modell bleibt bis praktisch 100 % lösbar. Die Aufgabe fragt jetzt nach dem Fall mit gedrosselter Biomasse, in dem das szenariobasierte Modell infeasible meldet (7,50 % der Szenarien deckt selbst der Vollausbau nicht), das analytische aber optimal liefert — und dann 87,39 % hält.

6.1a Die letzten handgeschriebenen Nummern — sechster und siebter Fund

Der sechste Fund: 98 Lösungsmarken in Anhang A. Marken der Bauart **9.2 — Ansatz wählen.**, sämtlich aus Version 03, wo Unsicherheit Kapitel 9 war. Heute ist es Kapitel 12, und die Aufgabe wird korrekt als „Aufgabe 12.2" gesetzt.

Das war keine Schönheitsfrage: „Aufgabe 9.2" existiert wirklich — sie gehört zum Kapitel Metaheuristiken („Zuggröße und Temperatur"). Wer die Lösung zu 9.2 nachschlug, landete beim falschen Thema. Beide bisherigen Prüfungen liefen vorbei: Vor der Zahl steht kein Schlüsselwort, und es ist keine Tabellenzelle.

Zwei Messungen machten die Reparatur billig. Erstens: In allen 15 nummerierten Abschnitten gab es exakt so viele Lösungen wie Aufgaben, lückenlos 1…n — nur der Kapitelteil war falsch, die Umstellung also reine Mechanik. Zweitens: Die acht in Phase 3 ergänzten Kapitel machten es längst richtig (**Titel.** ohne Nummer). Der Anhang wurde damit nicht auf etwas Neues umgestellt, sondern auf das, was seine neueren Teile schon taten.

Der Build vergibt die Marken jetzt selbst. Der Präfix kommt nicht aus # Anhang A: — der Anhang ist eine Überschrift, seine Abschnitte gehören aber zu 23 verschiedenen Kapiteln. Er kommt aus {#sec:loesungen-<X>}{#kap:<X>}; diese Zuordnung gilt geprüft für alle 23. Im Quelltext steht **{loesung} — Titel.**.

Der siebte Fund, unterwegs: neun Verweise auf Denkfehler-Nummern. Sätze wie „siehe Denkfehler 8.1" standen in alter Zählung — „8" war in Version 03 das QP/NLP-Kapitel, heute ist es Graphen. Eine bloße Umnummerierung hätte sie stillschweigend woanders hin zeigen lassen; das Ziel wurde deshalb für jeden einzelnen aus dem Zusammenhang bestimmt (die Kovarianzmatrix-Stelle in Finanzdaten meint QP/NLP, die „vergessene Dimension" meint Graphen) und auf {ref:sec:<kapitel>-denkfehler} umgestellt — ein Label, das alle 23 Kapitel haben. Einer davon steckte in einem Programm-Docstring und bekam nach Regel 12 den Kapitelnamen statt eines Verweises.

Eine Abweichung vom Plan, bewusst: Der Denkfehler bekommt gar keine Nummer. Es gibt je Kapitel genau einen, die zweite Stelle wäre immer .1, und er steht ohnehin unter einer nummerierten Überschrift. Eine Nummer, die nie variiert, holte nur die Fragilität zurück, die hier gerade beseitigt wurde. Auch das folgt den acht neuen Kapiteln, die den Denkfehler schon vorher nur mit dem Titel des Rätsels ankündigen.

--check bewacht jetzt alle FamilienDenkfehler N.M, Micro-Quiz N, **N.M — im Anhang — und zählt zusätzlich ab, dass jeder Lösungsabschnitt so viele {loesung}-Marken hat wie sein Kapitel Aufgaben. Das ist die eigentliche Absicherung: Sie fängt eine vergessene oder doppelte Lösung, was keine Textsuche leisten kann. Gegengetestet mit vier künstlichen Fehlern auf einmal — alle vier gemeldet, nach dem Rückbau null.

Die Gegenprobe der Umstellung: Das gebaute Gesamtdokument vorher gesichert, nachher verglichen. 168 geänderte Zeilen, restlos einer Familie zuzuordnen — 118 Lösungsmarken, 15 Anhang-Überschriften, 15 Kapitel-Callouts, 12 Micro-Quiz, 7 Zeilen mit Denkfehler-Verweisen (darauf 8 {ref:}), 1 Docstring-Zeile. Keine verschobene, verlorene oder inhaltlich veränderte Zeile.

Die 118 sind die Probe aufs Exempel: 138 Marken gesamt, davon 20 unverändert — genau die Kapitel 1 bis 3, deren alte Nummern zufällig noch stimmten, weil vor ihnen nichts eingefügt worden war.

Ergebnis: 138 Aufgaben, 138 Lösungen, keine ohne Gegenstück. Micro-Quiz tragen jetzt die echten Kapitelnummern (1, 2, 3, 5, 6, 7, 8, 11, 12, 13, 1822 — die Lücken sind die Kapitel ohne Quiz). PDF unverändert 725 Seiten.

Nicht Teil dieser Runde: In den 15 alten Abschnitten weichen 69 der 138 Lösungstitel von den Aufgabentiteln ab (gekürzt: „Zweistufiges Modell rechnen" → „Zweistufig rechnen"). Da die Nummer wieder stimmt, ist sie der Schlüssel; das Angleichen wäre eine rein redaktionelle Runde.

6.2 Constraint Attribution und Managementbericht ({ref:kap:praxisfallen})

Neuer Abschnitt {ref:sec:praxisfallen-attribution} plus Constraint_Attribution.py (75. Programm). Setzt Paket 3 aus Verbesserungen_02.md um — den Teil, der noch fehlte.

Die Lücke, die es schließt. Zwei Fälle waren abgedeckt: Erklaerbarkeit.py beantwortet „warum diese Zuweisung?", Konfliktsuche.py „warum geht es gar nicht?". Der häufigste Fall der Praxis lag dazwischen und hatte kein Werkzeug: Das Modell rechnet, der Plan ist zulässig — und trotzdem enttäuschend, nur weiß niemand woran es liegt.

Dieselbe Fabrik wie die Konfliktsuche, nach der Reparatur. Dort war die Lackierkapazität von 150 Stunden der Kern des Widerspruchs (2 \cdot 40 + 3 \cdot 30 = 170 > 150); eine zweite Schicht bringt sie auf 210, der Mindestumsatz sinkt auf 10 000 €. Damit kann ein Leser dieselben 14 benannten Bedingungen über zwei Kapitel hinweg verfolgen — erst „warum nicht?", dann „was kostet was?".

Drei gemessene Befunde:

  1. Bindend heißt nicht teuer. Fünf Bedingungen binden, „Lackierbudget Schicht 2" mit einem Schattenpreis von 0,00 €. Dieselbe Unterscheidung, die Erklaerbarkeit.py an einer einzelnen Zuweisung zeigt — hier im Dualwert eines LP.
  2. Der Schattenpreis ist eine Momentaufnahme. Für die Lackiererei verspricht die Hochrechnung 4{,}00 \cdot 30 = 120 €, gemessen kommen 60 €; der Preis gilt exakt bis +15 Stunden. Die zweite Hälfte der Sonderschicht wäre bezahlt und wirkungslos. Und die Ranglisten drehen sich: nach Schattenpreis führt der Trägervertrag (18 €/Stück), nach tatsächlicher Wirkung die Montage-Sonderschicht (450 €).
  3. Ein Wunsch kann unmöglich statt teuer sein. „Mindestens 55 Rahmen" ist INFEASIBLE, blockiert von drei Bedingungen gemeinsam (jede einzeln entfernt macht ihn möglich) — die Deletion-Filter-Struktur, angewandt auf einen Wunsch statt auf einen Widerspruch. Mit +15 Stunden Lackierkapazität wird er erfüllbar und kostet dann nichts: Der Plan wählt diese Menge von sich aus. Der Konflikt bestand nie zwischen Vertrieb und Produktion.

Der Managementbericht entsteht in Teil (4) aus genau diesen Zahlen — kein Satz enthält eine Zahl, die nicht vorher gerechnet wurde, auch nicht die Rangfolge und nicht die Namen der blockierenden Bedingungen. Voraussetzung dafür ist der sprechende Name jeder Bedingung; aus A_ub[7] wird kein Satz.

Und die Grenze, die dazugehört — als ⚠️-Kasten und als Übungsaufgabe: Ein solcher Bericht erklärt das Modell, nicht die Wirklichkeit. Die Aufgabe lässt den Deckungsbeitrag von Deckel von 9 € auf 20 € steigen. Gemessen: Der Plan kippt (Rahmen auf das Vertragsminimum 40, Deckel auf die Marktgrenze 120), „Kapazität Lackieren" hört auf zu binden, „Liefervertrag Rahmen" fängt damit an — und der Satz „Teuerste Bindung ist Liefervertrag Träger" steht wörtlich unverändert im Bericht, während die Zahl dahinter von 18 € auf 58 € springt. Ein Bericht, der sich nicht ändert, ist kein Beweis dafür, dass sich nichts geändert hat.

Die neue Zählprobe aus 6.1a hat sich sofort bewährt: Nach dem Einbau der Übungsaufgabe meldete --check „6 Loesungen, das Kapitel aber 7 Aufgaben", bevor die Lösung geschrieben war. Genau der Fall, für den sie gebaut wurde.

Stand danach: 294 Abschnitte, 725 Querverweise, 328 Indexmarken, 75 Programme, 139 Aufgaben mit 139 Lösungen, PDF 737 Seiten.

6.3 Parallelität und Determinismus ({ref:kap:cpsat})

Neuer Abschnitt {ref:sec:cpsat-parallele-suche} plus Parallele_Suche.py (76. Programm). Setzt Paket 2 aus Verbesserungen_02.md um.

Was fehlte, war nicht die Regel, sondern die Messung. Das Buch setzt an acht Stellen num_workers = 1 mit dem Kommentar „für eine reproduzierbare Ausgabe", und der Spickzettel nennt den Grund. Nachgeprüft hatte es nie jemand. Gerechnet wird auf demselben Job-Shop wie {ref:sec:cpsat-intervallvariablen-job-shop-scheduling}, nur groß genug, dass die Suche arbeitet: 12 Aufträge, 10 Maschinen, 120 Arbeitsgänge.

Zwei Befunde, beide stärker als die Behauptung:

  1. Die Beschleunigung ist überlinear. Acht Arbeiter waren im abgedruckten Lauf nicht achtmal, sondern 12,3-mal schneller als einer. Kein Messfehler: CP-SAT vervielfacht nicht dieselbe Suche, sondern lässt verschiedene Strategien nebeneinander laufen, die einander ihre Schranken mitteilen. Der zweite Arbeiter ist nicht „der zweite Kern", sondern ein anderes Verfahren.
  2. Der Seed genügt nicht — und zwar schon ab zwei Arbeitern. Ein Arbeiter: 1 Plan aus 4 Läufen. Zwei Arbeiter: 3 verschiedene Pläne aus 4 Läufen, bei identischem random_seed und identischem Zielwert 183. Es braucht also keine acht Arbeiter, um die Reproduzierbarkeit zu verlieren.

Die vollständige Antwort kam erst über die Übungsaufgabe, und sie ist besser als der Abschnitt allein: Mit num_workers = 1, aber fünf verschiedenen Seeds, ergeben sich ebenfalls fünf verschiedene Pläne. Keiner der beiden Parameter sichert die Reproduzierbarkeit allein:

Seed fest Seed variabel
1 Arbeiter reproduzierbar 5 Pläne aus 5 Läufen
mehrere Arbeiter 3 Pläne aus 4 Läufen erst recht nicht

Weiter gemessen für die Aufgabe: Der Gewinn kehrt sich um — auf 24 Kernen Faktor 10,2 (8 Arbeiter), 12,3 (16), 9,0 (24). „So viele Arbeiter wie Kerne" ist damit widerlegt. Und bei 15 Aufträgen läuft ein Arbeiter ins 60-s-Limit (FEASIBLE, Makespan 200), während acht OPTIMAL mit demselben Makespan 200 nach 26,4 s melden — der Unterschied liegt nicht in der Lösung, sondern im Beweis, dass es keine bessere gibt.

Zur abgedruckten Ausgabe: Sie trägt die Kennzeichnung „Laufzeiten und die Zahl der verschiedenen Pläne sind hardwareabhängig" — nach dem Muster, das {ref:kap:testing} für Benchmark_Skalierung.py schon verwendet. Der Vergleich des extrahierten Programms mit dem Abdruck weicht denn auch in genau einer Zelle ab (4 statt 3 verschiedene Pläne bei 4 Arbeitern); Zielwert und Struktur sind identisch. Hier ist die Nichtreproduzierbarkeit der abgedruckten Zahl die Aussage selbst — der einzige Fall im Buch, in dem das so ist.

Im MILP-Kapitel bekam die entsprechende Stelle in Warmstart_Effekt.py einen Verweis; dort steht nach Regel 12 der Kapitelname, keine Nummer.

Stand danach: 295 Abschnitte, 730 Querverweise, 76 Programme, 140 Aufgaben mit 140 Lösungen, PDF 744 Seiten.

7.1 Vier Zielgruppen-One-Pager (Vorwort)

Setzt Paket 4 aus Verbesserungen_03.md um. Das Titelblatt wirbt seit dem Umbau mit Entscheidern, Ingenieuren und Investoren — die Lernpfade im Vorwort waren aber nach Themen geschnitten, nicht nach Rollen. Der neue Abschnitt „Für wen dieses Buch geschrieben ist" steht zwischen „Wie dieses Buch aufgebaut ist" und den Lernpfaden und schließt genau diese Lücke: vier Einstiege, jeder mit Schmerzpunkt, drei Belegen, dem passenden Pfad und der Frage, an der es in dieser Rolle scheitert.

Die Entscheidung, die den Abschnitt trägt: nur gemessene Zahlen. Jeder Beleg ist ein Ergebnis, das im Buch gerechnet wird — kein Werbeversprechen:

  • Entscheider: der Erwartungswert-Plan aus {ref:kap:supplychain} kostet 149 % mehr (874 870 € statt 351 356 €) und führt in 28 von 40 Szenarien zum Lastabwurf; der Preis eines Prozentpunkts Versorgungssicherheit steigt um das 4,5-fache ({ref:sec:unsicherheit-chance-constraints}).
  • Ingenieure: der Schattenpreis der Lackiererei gilt bis +15 Stunden, eine 30-Stunden-Schicht bringt deshalb 60 € statt 120 € ({ref:sec:praxisfallen-attribution}); das Gesamtbild der Metaheuristiken 2 497 → 2 289 Minuten bei einer Schranke von 1 768.
  • Investoren: VaR 1,86 % gegen CVaR 2,99 %, schlechtester Tag 23,0 % — der am VaR nichts ändert ({ref:kap:cvar}).
  • Studierende: das Modell mit dem schlechteren MSE trifft die günstigere Entscheidung ({ref:kap:prognose}).

Und eine Erwartung wird ausdrücklich enttäuscht. Verbesserungen_03 verlangt für die Managementseite „typischer ROI und Amortisationszeit". Das Buch hat diese Zahlen nicht, und jede hier genannte wäre erfunden. Der One-Pager sagt das offen und nennt stattdessen die beiden Werkzeuge, mit denen der Leser seine eigene Zahl ausrechnet: den EVPI aus {ref:kap:unsicherheit} als Obergrenze für jedes Prognoseprojekt und die Kostenzurechnung aus {ref:sec:praxisfallen-attribution}.

Kein neues Programm, keine neue Aufgabe — der Abschnitt bündelt Vorhandenes. Querverweise 730 → 755, PDF 744 → 746 Seiten.

7.2 Wasserfalldiagramm „was es bringt" ({ref:kap:supplychain})

Setzt den umsetzbaren Teil von Paket 3 aus Verbesserungen_03.md um (Vorher-Nachher- Wasserfall, Business Impact). Neuer Generator bilder_04/erzeuge_wirkung.py; das Supply-Chain-Kapitel bekommt damit sein erstes Diagramm überhaupt.

Der Anlass: Die Tabelle im Kapitel nannte nur die Summen — 874 870 € gegen 351 356 €, 149 % mehr. Wofür genau, stand nirgends.

Der Generator rechnet die Instanz erneut, wie es die Konvention verlangt („so können Diagramm und Buchtext nicht auseinanderlaufen"). Die Probe fiel gut aus: Der unabhängige Nachbau reproduziert beide abgedruckten Summen exakt, dazu 178,7 MWh Fehlmenge und 28/40 Szenarien mit Abwurf. Kein Auseinanderlaufen — der erste Generator dieser Reihe, der nichts findet, und das ist ein Ergebnis für sich.

Was die Zerlegung zeigt und die Tabelle nicht:

Anfahrt Brennstoff Lastabwurf Gesamt
zweistufig 58 000 € 293 356 € 0 € 351 356 €
Erwartungswert 58 000 € 280 631 € 536 239 € 874 870 €

Die Anfahrkosten sind identisch — der Erwartungswert-Plan spart also nicht dort, wo man es vermuten würde. Er spart 12 725 € Brennstoff und bezahlt dafür 536 239 € Lastabwurf: das 42-fache. „149 % mehr" ist eine Zahl, über die man streiten kann; „wir sparen 12 725 € und riskieren 536 239 €" ist eine, über die man entscheidet.

Die Trennung von Brennstoff- und Abwurfkosten ist der einzige Zusatz gegenüber bewerte() im Buchprogramm; dort wird sie nicht gebraucht.

Ein eigener Fehler unterwegs: Ein .replace(",", ".") für deutsche Tausenderpunkte lag auf dem ganzen Titelsatz und machte aus „Brennstoff, Preis" ein „Brennstoff. Preis". Jetzt gibt es euro(), das nur auf Zahlen angewandt wird — mit einem Kommentar, der genau davor warnt.

SVG byteidentisch über zwei Läufe. Diagramme jetzt 33, davon 19 mit Generator (16 Skripte).

7.3 Glossar „Deutsch — OR" ({ref:kap:modellierung})

Setzt Paket 7 aus Verbesserungen_03.md um. Neuer Abschnitt {ref:sec:modellierung-glossar}, unmittelbar hinter dem Gesprächsleitfaden: Die zwölf Fragen liefern Sätze — hier werden sie übersetzt.

Die Abgrenzung zu Anhang B war die eigentliche Entwurfsfrage. Der Musterkatalog hat längst eine Spalte „Umgangssprachlich", aber er läuft in die andere Richtung: Muster → Formulierung. Wer aus einer Besprechung kommt, hat den Satz und sucht den Baustein. Das Lexikon ist genau so herum gebaut (21 Einträge, jeweils mit B-Nummer), und Anhang B bekam einen Rückverweis. Kein Duplikat, sondern die fehlende Gegenrichtung.

Der Teil, der den Abschnitt trägt, ist aber nicht die Tabelle, sondern was danach kommt: fünf Wendungen, bei denen die Übersetzung eine Entscheidung erzwingt — „möglichst", „nicht mehr als drei pro Woche", „im Durchschnitt", „so schnell wie möglich", „fair". Bei jeder gibt es zwei bis drei vertretbare Modelle, und die Wahl gehört dem Betrieb, nicht dem Modellierer. Das ist die These des Kapitels („Ein Satz ist noch kein Modell"), hier auf die Alltagssprache angewandt.

Dazu die Gegenrichtung OR → Deutsch: acht Sätze, die sich bewährt haben, wenn ein Ergebnis jemandem erklärt werden muss, der das Modell nicht kennt — einschließlich der Formulierung für INFEASIBLE („Ihre Regeln widersprechen sich", nicht „der Computer schafft es nicht").

Die neue Übungsaufgabe lässt drei Zielfunktionen für „gleichmäßig ausgelastet" aufstellen; die Lösung nennt je einen Fall, in dem die Wahl den Plan sichtbar ändert — und weist darauf hin, dass zwei der drei einen Halbtagsmonteur bestrafen.

Mitgezogen: Lernziel, Zusammenfassung, Rückverweis aus Anhang B, Pfad E im Vorwort (er führte bisher direkt zum Musterkatalog, jetzt über das Lexikon).

Damit ist Phase 7 abgeschlossen. 296 Abschnitte, 766 Querverweise, 141 Aufgaben mit 141 Lösungen, PDF 749 Seiten.

8.1 Synthese-Seiten je Teil — und ein Fund in der Lesekette

Setzt Paket 5 aus Verbesserungen_02.md um (den Teil, der nicht zurückgestellt wurde). Fünf neue Dateien 19_/29_/39_/49_/52_Synthese_*.md, je eine am Ende eines Teils, mit eigener Website-Seite (SONDERSEITEN, weil sie bewusst keine # Kapitel:-Überschrift tragen — sie sind keine Kapitel, sondern der Rückblick auf einen Teil).

Der Entwurf musste sich abgrenzen: Die Teil-Einleitungen haben bereits Entscheidungsdiagramme („welches Werkzeug passt zu meinem Problem"). Eine zweite Entscheidungsmatrix am Teil-Ende wäre eine Dopplung gewesen. Die Synthesen leisten deshalb das, was eine Einleitung nicht kann: den Vergleich über die Kapitel hinweg (Verfahren nebeneinander, mit der Spalte „wo es aufhört"), eine Tabelle „was dieser Teil gemessen hat" — Behauptung gegen Messung gegen Fundstelle — und drei Fehler, die der Teil verhindert. Zitiert wird ausschließlich, was im Buch tatsächlich gerechnet wird.

Drei Funde beim Einbau

Erstens: Teil III sagte „die drei Kapitel dieses Teils", hat aber fünf. Phase 3 hatte {ref:kap:mehrziel} und {ref:kap:prognose} hinzugefügt, die Einleitung blieb stehen. Sie nennt die drei Abweichungen jetzt weiterhin, schließt die beiden späteren Kapitel aber ausdrücklich an.

Zweitens: 50_Praxis.md verwies auf die Projektwerkstatt mit „acht eigene Anwendungen" — sie hat elf.

Drittens, und das ist der eigentliche Fund: Die Lesekette der Quelldateien führte an acht Kapiteln vorbei. Nach Phase 3 zeigte 12_Python_Oekosystem.md direkt auf 20_Lineare_Programmierung.md, 23_Graphen… direkt auf 30_QP…, 32_Dynamische… direkt auf 40_Finanzdaten.md, 50_Praxis.md direkt auf die Projektwerkstatt. Wer der Kette folgte, übersprang acht von 23 Kapiteln — darunter Metaheuristiken, Spaltengenerierung, Mehrziel, Predict-then-Optimize, Strukturbrücke, Supply-Chain und das ganze Testing-Kapitel. Zehn weitere Dateien hatten gar keine Navigationszeile.

Zur Reichweite, damit sie nicht überschätzt wird: Diese Zeilen stehen nur in den Quelldateien. entferne_navigation() streicht sie aus dem Gesamtdokument, und die Website baut ihre Vor/Zurück-Knöpfe selbst aus DATEIEN. PDF und Website waren also nie betroffen — wohl aber jeder, der die Markdown-Dateien im Repository liest, und das wird nach der Veröffentlichung der Normalfall sein.

Die Kette ist jetzt über alle 35 Übergänge geschlossen, und --check bewacht sie: Fehlt eine Zeile oder zeigt sie an der in DATEIEN folgenden Datei vorbei, ist der Lauf rot. Gegengetestet mit beiden Bruchformen.

Stand danach: 36 Dateien (31 + 5 Synthesen), 296 Abschnitte, 815 Querverweise, 303 Hauptüberschriften, PDF 758 Seiten.

8.2 Solver-Isolation ohne subprocess-Codestrings

Setzt den Isolationsteil von Paket 1 aus Verbesserungen_02.md um. Der Plan nannte zwei Programme; beim Suchen kam ein drittes dazu, das dasselbe Muster verwendete.

Was ersetzt wurde. Ein_System_Vier_Ansaetze.py und Benchmark_Skalierung.py hielten ihre vier Solvervarianten als Zeichenketten in einem Dictionary und gaben sie an python -c weiter — bei Benchmark_Skalierung.py sogar mit .format()-Platzhaltern für die Instanzgröße. Aus jeder Variante ist jetzt eine gewöhnliche Funktion mit lokalem Import geworden. Solverwechsel_CPSAT_HiGHS.py rief sich selbst über sys.argv erneut auf; auch das entfällt.

Ausgeführt wird über einen ProcessPoolExecutor mit zwei Einstellungen, die zusammen die Garantie ergeben — und beide sind nötig:

  • mp_context="spawn" — frischer Interpreter statt geerbtem Speicher. Unter Linux ist fork der Standard, und damit wäre alles bereits Importierte auch im Kind importiert.
  • max_tasks_per_child=1 — ein neuer Prozess je Aufgabe. Ohne das verwendet der Pool seinen Arbeiter wieder, und beim zweiten Solver ist der Konflikt zurück. Nachgemessen: vier Aufgaben, vier verschiedene PIDs.

Der zweite Punkt hat einen eigenen ⚠️-Kasten bekommen, weil der Fehler leicht zu machen und schwer zu finden ist: Der Absturz käme nicht beim ersten Solver, sondern beim zweiten — und sähe aus wie ein Problem des zweiten.

Regel 4, dreifach geprüft. Alle drei Programme drucken Ausgaben, die im Buch stehen:

  • Ein_System_Vier_Ansaetze.py: identisch bis auf die Zeitspalte, einschließlich der Spannweite 2,41 · 10⁻⁸, auf die sich der Merksatz des Kapitels beruft.
  • Benchmark_Skalierung.py: alle zwölf Zielwerte und alle drei Spannweiten bitgleich; Zeiten und Speicher haben sich verschoben, beide sind im Abdruck seit jeher als hardwareabhängig gekennzeichnet.
  • Solverwechsel_CPSAT_HiGHS.py: Ausgabe ohne Zeiten unverändert.

Was bewusst subprocess bleibt: Mutationstest.py. Dort wird pytest auf einer mutierten Kopie in einem temporären Verzeichnis gestartet — ein externes Werkzeug auf veränderten Dateien, nicht die Isolation eines Imports. Für diesen Fall ist subprocess richtig.

Neu im Kapitel Ökosystem: ein Abschnitt „Wie die Isolation aussieht, wenn sie tragen soll" — warum ein Codestring die schlechteste Umsetzung von „eigener Prozess" ist (unsichtbar für Editor, Linter und Testwerkzeug; Tippfehler fallen erst zur Laufzeit auf; übergeben lassen sich nur Zeichenketten). Anhang C nennt jetzt ebenfalls ProcessPoolExecutor statt subprocess.

Ein eigener Fehler, gefunden und abgesichert: Ich hatte dem neuen ### ein {#sec:...}-Label gegeben. ABSCHNITT_RE erkennt nur ## — das Label wäre nie registriert worden, und jeder Verweis darauf ins Leere gelaufen, ohne Warnung. Label entfernt, und --check meldet diesen Fall jetzt. Gegengetestet.

Stand danach: 818 Querverweise, PDF 760 Seiten, 69 netzfreie Programme fehlerfrei.


8. Commit-Historie des V04-Strangs

Zu den Kapitelnummern in dieser Tabelle: Sie stammen aus den Commit-Betreffs und geben die Nummerierung zum Zeitpunkt des Commits wieder. Nach den acht in Phase 3 eingefügten Kapiteln stimmen sie nicht mehr mit dem heutigen Buch überein — sie hier nachzuziehen würde die Tabelle von den tatsächlichen Commits entkoppeln. Überall sonst in dieser Datei stehen Kapitelnamen.

Commit Datum Inhalt
604c532 06.09. Version 04 anlegen: Infrastruktur und Kapitel 13
72fa8a8 06.09. Arbeitsplan als versionierte Datei
a661a99 06.09. Kapitel 4: Schattenpreise, und wann sie eine Entscheidung nicht tragen
1d0170a 06.09. Kapitel 5: MIP-Gap, Warm-Starts und die stille Big-M-Falle
138be3f 07.09. Kapitel 6: Die fünf Antworten von CP-SAT und die Strafgewichts-Falle
360ffb2 07.09. Kapitel 7 und die Entscheidungs-Flussdiagramme für Teil II und III
b052653 07.09. Kapitel 8: Jenseits der Konvexität — lokale Optima, Multistart, MINLP
4ab2ad3 07.09. Kapitel 9: Newsvendor als Einstieg, und der zweite Fluch des Durchschnitts
fe7c0b9 07.09. Kapitel 10: Rückwärtsinduktion und der Zustand, der zu wenig weiß
f519e2d 07.09. Kapitel 11 und der Auftakt zu Teil IV
2583bbc 07.09. Kapitel 12: Die Effizienzlinie als Speisekarte
a7049e5 07.09. Kapitel 13: Der VaR sagt wie oft, der CVaR wie schlimm
5213258 07.09. Kapitel 14: Die Reihenfolge zählt, und die Zahl der Versuche auch
b154fe8 07.09. Kapitel 15 — Phase 1 abgeschlossen
33e9a36 07.09. Phase 2 beginnt: or_kern.py als gemeinsamer Unterbau
eeea9e8 07.09. Excel-Schicht nach or_kern.py, Excel_Bruecke.py umgestellt
ed3640d 07.09. Phase 2 abgeschlossen: Statusauswertung, Abnahmeprüfung, Solverwechsel
5c6cc2d 07.09. Plan und Fortschritt als eigene Dateien im Repo-Wurzelverzeichnis
1c856f1 07.09. Kapitel 1 der Version 03: Umformatierung durch den Editor übernehmen
(dieser) 07.09. Planungsdateien konsolidiert, CLAUDE.md kennt jetzt Version 04